Wegenstetten
Petition mit 1800 Unterschriften für die Oberstufe: «Ich hoffe, der Volkswille wird akzeptiert»

Herbert Lützelschwab kämpft auch nach dem Entscheid des Kantons für den Oberstufenstandort Wegenstetten. Und er ist nicht allein. Ob die Stimmen gehörte werden, bleibt offen.

Nadine Böni
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Oberstufe Wegenstetten.

Oberstufe Wegenstetten.

Claudio Thoma (21. November 2018

Aufgeben ist nicht das Ding von Herbert Lützelschwab aus Zeiningen. Mit «grosser Überraschung» hat er auf den Ende letzter Woche bekannt gewordenen Entscheid des Kantons reagiert, wonach dem Oberstufenstandort in Wegenstetten keine weitere Ausnahmebewilligung zugesprochen wird. Der Kanton hat damit den Entscheid genau eine Woche, bevor Lützelschwab selber einen Termin in Aarau hat, um seine Petition mit über 1800 Unterschriften für den Erhalt des Oberstufenstandorts zu übergeben, gefällt.

Die Unterschriften, das betont Lützelschwab, werde er am Donnerstag in Aarau trotzdem übergeben und dabei gleich die Gelegenheit nutzen und das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Gleichzeitig hofft Lützelschwab auch darauf, dass die Gemeinderäte der vier Dörfer im Wegenstettertal sowie von Wölflinswil, Wittnau, Gipf-Oberfrick und Oberhof seine Unterschriftensammlung berücksichtigen, wenn sie sich in den kommenden Tagen für die Besprechungen zur angedachten Oberstufe Thierstein treffen.

Ein Hintertürchen für die Weiterführung der Schule

Denn der Entscheid des Kantons tangiert auch die Pläne zum Zusammenschluss der Oberstufen Wegenstetten und Gipf-Oberfrick. Das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) sieht für die Kreisschule unter den bisher bekannten Rahmenbedingungen keine Zukunft. Es lässt aber eine Frist: Sollten alle involvierten Gemeinderäte dem BKS die Bereitschaft bestätigen, eine Kreisschule Thierstein anzustreben, welche «mit einem Schüleraustausch und/oder einer angemessenen Verteilung der Lektionen die Erfüllung des verfassungsmässigen Auftrags gewährleistet», würde eine Weiterführung der Sekundarschule Wegenstetten für das Schuljahr 2021/22 gewährt. Bis zum 15. Dezember gibt der Kanton dafür Zeit.

«Die gesammelten Unterschriften sind ein klares Zeichen aus der Bevölkerung. Sie zeigen den Volkswillen, dass die Schule in Wegenstetten erhalten bleibt. Ich hoffe, dass dieser Wille von der Politik akzeptiert wird», sagt Herbert Lützelschwab. Er selber wird sich in den kommenden Tagen mit einem Brief an die betroffenen Gemeinderäte wenden und darin nochmals explizit auf die Petition hinweisen.

Wittnau hatte bereits einen Termin für die Abstimmung

Sein Ziel bleibt der Erhalt des Wegenstetter Oberstufenstandorts. Und: «Es soll zur Kreisschule Thierstein ein demokratischer Prozess ermöglicht werden.» Eine Absichtserklärung der Gemeinden würde Zeit dafür schaffen, das Projekt und seine Umsetzbarkeit genau zu prüfen, ist Lützelschwab überzeugt. Er wünscht sich, dass die Bevölkerung über einen Zusammenschluss entscheiden kann.

Ein Wunsch, den eine Gruppe Petitionäre in Wittnau teilt. Sie hatten dem Gemeinderat vor knapp einem Monat gut 150 Unterschriften überreicht, verbunden mit der Forderung, dass das Projekt Kreisschule Thierstein an der nächsten Gemeindeversammlung traktandiert wird. Vergangene Woche gab die Gemeinde dann offiziell bekannt, das Geschäft am 9. Juni 2021 zur Abstimmung zu bringen. Welchen Einfluss der Entscheid des Kantons auf dieses Vorgehen hat, ist noch unklar. «Das wird der Gemeinderat besprechen müssen», sagt Nicole Bruhin, stellvertretende Gemeindeschreiberin in Wittnau.

Samuel Freiburghaus, einer der Initianten der Petition, hofft, dass der Gemeinderat die Unterschriften bei seiner Entscheidung berücksichtigt. Ob und wie die Initianten darüber hinaus noch einmal aktiv werden, sei noch offen, so Freiburghaus. Er will sich dazu zunächst mit seinen Mitstreitern besprechen.

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