«Damit dieses Engagement auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann, sucht der Verein dringend Personen, die im Vorstand aktiv mithelfen.» Der Satz stammt aus einem Schreiben des Verschönerungsvereins Frick an seine Mitglieder und die Einwohner des Dorfes. Ganz so dramatisch, wie das tönen möge, sei die Situation im Verein allerdings nicht, sagt Vorstandsmitglied Christian Scholer. «Es wäre einfach schön, wenn wir die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen könnten.»

Auch in diesem Jahr seien wieder etliche Aktivitäten zur Verschönerung des Dorfes geplant. Zudem organisiere der Verein Mitte August das Strassenfest und im Herbst die Aktion «Sauberes Frick» mit der Primarschule. «Es gibt ausserdem viele kleine Aufgaben, die jemand übernehmen kann, um das Vereinsleben etwas kennen zu lernen», sagt Scholer.

Dem aktuellen, fünfköpfigen Vorstand gehe es auch darum, allenfalls schon Nachfolgelösungen vorzubereiten, falls ein Mitglied zurücktritt.

«Den Leuten fehlt die Zeit»

Denn wie schwer die Suche nach neuen Mitgliedern ist, weiss der Verein. Es ist nicht das erste Mal, dass er einen Aufruf startet. «Es ist überall das Gleiche – sei es bei den Behörden oder in den Vereinen», sagt Scholer. «Der Verschönerungsverein bietet eine interessante Möglichkeit, etwas für den eigenen Wohnort zu tun. Aber es ist ein Phänomen der Zeit, dass die Leute andere Prioritäten setzen.»

Das Phänomen spüren auch andere Fricktaler Vereine. Im vergangenen Jahr erst musste unter anderem der gemeinnützige Frauenverein Laufenburg die Konsequenzen ziehen: Mitte Jahr gab er die Auflösung bekannt.

Beinahe gleich erging es wenige Wochen zuvor dem reformierten Frauenverein Möhlin. Im Juni fand eine ausserordentliche Versammlung statt. Der Zweck: die Auflösung des Vereins, der erfolglos jahrelang nach neuen Vorstandsmitgliedern gesucht hatte. «Dann aber gab es glücklicherweise eine Rettung in wirklich letzter Sekunde», sagt Andrea Giger von der reformierten Kirchgemeinde. Drei Frauen erklärten sich kurzfristig dazu bereit, sich in den Vorstand wählen zu lassen. Nächste Woche nun findet die Ämterverteilung statt. Die Zukunft des Vereins ist dadurch vorerst gesichert. «Wir haben grosses Glück gehabt», sagt Giger.

Wie schwer es war, neue Vorstandsmitglieder zu finden, weiss sie aber noch ganz genau. Schreiben an die Mitglieder, Aufrufe im Kirchenblatt – alles vergebens. «Die gemeinnützige Arbeit ist wertvoll. Aber hier spart man als Erstes, wenn es zu viel wird mit Familie und Arbeit», sagt Giger. Die grössten Erfolgschancen bei der Suche nach Vorstandsmitgliedern habe man wohl in persönlichen Gesprächen. «Dort lassen sich Ängste, was den Aufwand betrifft, am besten aus der Welt schaffen», so Giger.

Ein Damoklesschwert

Neben dem Engagement im Sekretariat der Kirchgemeinde ist Andrea Giger seit zehn Jahren auch Präsidentin des Kirchenchors. «Mögliche Rücktritte im Vorstand schweben wie ein Damoklesschwert über uns, gerade weil wir ein sehr kleiner Verein sind», sagt Giger. Mit dieser Sorge steht sie nicht alleine da.