Kaisten
Pelziger Gast: Ein Jungbiber nagt und staut im Mühliweiher

Bereits seit zwei Jahren ist zwischen Rheinufer und Schulanlage Kaisten ein Biber unterwegs. Seit diesem Sommer hat er sich nun den Mühliweiher mitten in einer Wohnsiedlung als neue Heimat ausgesucht.

Susanne Hörth
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Biber halten sich gern im Wasser auf. (Symbolbild)

Biber halten sich gern im Wasser auf. (Symbolbild)

zvg

Gross, etwas plump, so der erste Eindruck des Dinges, das sich in der Morgendämmerung auf der Kaister Sagewegbrückli bewegte. Das pelzige Etwas liess sich weder von den herannahenden Zweibeinern noch den beiden angeleinten Hunden in seiner Gemächlichkeit stören.Wenige Meter vom Tier entfernt, machte dessen breiter, flacher Schwanz eindeutig klar, um was es sich handelt: einen Biber.

Vom Rhein herkommend muss er auf seinem Weg zum Mühliweiher den Kaister Bach bei der Sagiwegbrücke verlassen. Die hohe Rampe im Bach genau unterhalb der Brücke (hier befindet sich eine kantonale Messstation) verhinderte das Weiterkommen.Und somit nutzt der Biber die Brücke, für das, was sie ja eigentlich vorgesehen ist: zum Überqueren eines Hindernisses.

Der Biber im Kaister Mühliweiher ist nachtaktiv und daher selten zu sehen. Seine Spuren hingegen sind gut sichtbar.

Der Biber im Kaister Mühliweiher ist nachtaktiv und daher selten zu sehen. Seine Spuren hingegen sind gut sichtbar.

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Auf der anderen Brückenseite angekommen, begibt sich der Geselle wieder zum Bach hinunter. Nach einem offensichtlich genussvollen Bad verschwindet der Biber am Bachufer Richtung Schulanlage. «Bereits seit zwei Jahren ist der Jungbiber zwischen Rheinufer und Schule unterwegs», so Jürg Winter, Präsident des Naturschutzvereines Kaisten.

«Neu ist, dass er sich seit diesem Sommer viel im Müliweiher aufhält», führt Winter weiter aus. Der Weiher befindet sich zwischen Sagiwegbrücke und Schule.

Das nachtaktive Tier ist zwar nur sehr selten zu sehen. Sichtbar hingegen sind seine «Taten». Eine grosse Weide hat es ihm besonders angetan. Am zurückliegenden Wochenende war der Nager sehr fleissig. Gut zur Hälfte ist der dicke Stamm angeknabbert. Der Baum, der vor zirka elf Jahren von Christian Rutishauser gepflanzt wurde, ist nicht mehr zu retten.

Die Anwesenheit des tierischen Baumfällers mitten im Dorf wird von zahlreichen Kaisterinnen und Kaister mit Freude und Begeisterung zur Kenntnis genommen. Auch Jürg Winter betont: «Wir heissen den fleissigen Naturschützer bei uns willkommen.» Winter weiss aber auch, dass die Freude am Tier bei manchen Leuten Grenzen haben kann.

Insbesondere dann, wenn private Liegenschaften, beziehungsweise Gärten in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Naturschutzverein hat deshalb auch mit den Anwohnern beim Mühliweiher gesprochen.

Täglich müssen die Abflüsse beim Weiher freigemacht werden. Biber sind als Dammbauer bekannt. Der Kaister Biber wird diesem Ruf mehr als gerecht. «Seit wir im Sommer die Zuflussrohre von Dreck und Kalk befreit haben, verfügt der Weiher über eine stärkere Strömung.

Seither staut der Biber bei den zwei Abflüssen.» Um das Überlaufen des Weihers zu vermeiden, werden täglich diese Abflüsse vom Staumaterial befreit.

Der Biber von Kaisten ist dem Fotografen noch nicht vor die Linse getreten. Auf diesen Bildern können Sie den Biber betrachten, der es sich diesen Sommer am Burgäschisee gemütlich gemacht hat:

Angenagt
6 Bilder
Dieser Baum wurde vom Biber gefällt
In der Nacht ist er in die Kamerafalle getappt
Erste Aufnahmen des Bibers gelangen Urs Gasche in diesem März
Biber hat sich am Burgäschisee niedergelassen

Angenagt

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