Fricktal
Parkieren auf öffentlichem Grund: Wo es kostet, wo es gratis ist

In 5 der 32 Gemeinden gibt es gebührenpflichtige Parkplätze – Dauerparkierer sind vielerorts ein Ärgernis.

Thomas Wehrli
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Unterschiedliche Tarife: Wer sein Auto im Fricktal auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abstellt, zahlt zwischen Fr. 0.50 und 2.50 pro Stunde.

Unterschiedliche Tarife: Wer sein Auto im Fricktal auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abstellt, zahlt zwischen Fr. 0.50 und 2.50 pro Stunde.

Nadine Böni

Im Fricktal parkiert es sich (noch) günstig: Nur in 5 der 32 Gemeinden muss man fürs Parkieren auf öffentlichem Grund zahlen, wie eine Umfrage der az zeigt. Und auch in den fünf Kommunen mit den «Füttere mich!»-Automaten sind die Tarife – verglichen mit Basel oder Zürich – human.

Auf dem Widenplatz in Frick beispielsweise zahlt man pro Stunde 50 Rappen (die 1. Stunde ist wie vielerorts gratis), in Kaiseraugst kostet das einstündige Parkvergnügen einen Franken und in Laufenburg füttert man den Automaten, je nach Standort, mit einem bis zwei Franken.

Stein gibt sich «progressiv» und hat ebensolche Tarife, ab 50 Rappen (bis Fr. 2.50) pro Stunde ist man dabei. Im Ausgang bleibt den Steinern dafür Geld für ein Bier mehr – zwischen 19 und 1 Uhr kostet es beim Saalbau und beim Bustelbach nichts.

Rheinfelden bietet nicht nur die meisten (gebührenpflichtigen) Parkplätze, sondern hat auch die grösste Gebührenvielfalt. Generell gilt: «Je näher am Zentrum, desto höher die Parkgebühr», sagt Stadtschreiber Roger Erdin.

Wer beispielsweise auf dem «Schützenplatz» kostenlos davonkommen will, muss sich sputen – nur die ersten 10 Minuten sind gratis. Danach kostet es Fr. 0.50 bis 2.00 pro Stunde.

Öffentliche Parkplätze in den Fricktaler Gemeinden

Öffentliche Parkplätze in den Fricktaler Gemeinden

Zur Verfügung gestellt

Wenn Autos schlafen

In der Nacht lässt Frick seine Automaten zwischen 0 und 6 Uhr schlafen, während Laufenburg ein halbes Auge zudrückt und rund den halben Tarif verrechnet. Kaiseraugst dagegen macht die Nacht zum Tag – und verlangt rund um die Uhr einen Franken pro Stunde; abgesehen von der ersten, denn die ist auch hier mehrheitlich gratis.

Die grosse Abwesende im Reigen der Park-und-Zahl-Kommunen ist Möhlin, notabene die mit knapp 11 000 Einwohnern zweitgrösste Gemeinde im Fricktal. Sie beschreitet einen anderen Weg, um freie Parkplätze zu erhalten.

An der Gemeindeversammlung im Juni entscheidet der Souverän über ein neues Parkierreglement. Dieses sieht eine Höchstparkzeit von zwei bis drei Stunden vor, je nach Standort.

Das gleiche System (mit einer Maximalparkzeit von 3 Stunden) hat jüngst auch Stein für die gesamte weisse Zone eingeführt.

Wem die zwei oder drei Stunden nicht reichen, der kann eine Dauerparkkarte beantragen. Voraussetzung: Er oder sie wohnt im Dorf. Eine Parkkarte braucht auch, wer sein Auto regelmässig über Nacht auf einem öffentlichen Parkfeld schlafen stellt.

Möhlin definiert regelmässig mit «mindestens dreimaligem Abstellen pro Woche während der Nachtstunden». 50 Franken kostet hier eine nächtliche Dauerbewilligung im Monat für Autos, 30 Franken für Motorräder.

Das (nächtliche) Dauerparkieren ist in vielen Gemeinden ein Dauerbrenner. In Gipf-Oberfrick etwa, das rund 90 öffentliche Parkplätze hat, kommt es «in Einzelfällen» zu Missbräuchen und Problemen.

Dauerparkierer, «die öffentliche Plätze als privaten Parkplatz benutzen», werden laut Gemeindeschreiber Urs Treier darauf hingewiesen, dass dies nicht geht. «Dauerparkieren wird nicht geduldet», heisst es auch aus Mettauertal.

Beim Gemeindehausparkplatz in Ueken beobachtet Gemeindeschreiberin Beatrice Zahnd «seit einiger Zeit, dass der Parkplatz tagsüber durch Dauerparkierer blockiert ist, die mit dem Postauto weiter unterwegs sind und dadurch das kurzfristige Parkieren für Gemeindehausbesucher schwierig ist». Man ziehe «eventuell in Erwägung, nur noch das kurzfristige Parkieren zu bewilligen».

Dies hat man in Stein seit dem 1. Mai mit dem neuen Parkierungsreglement umgesetzt. Seither wird gebüsst, wer seit Auto länger als drei Stunden in der weissen Zone stehen lässt. Es hat sich gelohnt. Für die Gemeinde, die so wieder mehr freie Parkplätze hat. Und für die Bussenkasse.

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