Fricktal
Beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst kostet das Parkieren bald – wie sieht es andernorts aus?

Sobald die Baubewilligung rechtskräftig wird, installiert Coop beim Einkaufszentrum Kaiserhof eine Schranke. Auch andernorts kostet das Parkieren – sowohl bei Grossverteilern als auch bei Gemeinden. Aber: Die Kosten sind nicht überall gleich hoch. Und: Grossverteiler und Gemeinden wollen die Gebührenschraube nicht zu sehr anziehen.

Hans Christof Wagner
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In der im Salmenpark eröffneten Coop-Filiale in Rheinfelden sind nur die ersten 30 Minuten gratis.

In der im Salmenpark eröffneten Coop-Filiale in Rheinfelden sind nur die ersten 30 Minuten gratis.

Hans Christof Wagner

Die Zeit des Gratisparkierens beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst ist bald Geschichte. Schon bald gilt dort eine Gebührenpflicht auf dem dann zusätzlich noch um 110 Plätze reduziertem Angebot an Parkflächen.

Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen Coop und dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Dieser hatte 2015, als der Detailhändler den ersten Megastore im Fricktal eröffnete, Beschwerde gegen das Umbauprojekt eingereicht. Begründung: Im Baugesuchsverfahren sei keine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt worden. Der Rechtsstreit zog sich hin, bis sich 2019 die Parteien aussergerichtlich einigten.

Die erste Stunde kostet bald 1.50 Franken

Jetzt hat der Gemeinderat das neuerliche Baugesuch bewilligt – samt Schrankenanlage und Gebührenpflicht und trotz 137 eingegangener Einwendungen. Mirjam Arnold, Leiterin Coop-Kommunikation Region Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich, teilt mit:

«Sobald die Baubewilligung rechtskräftig ist, wird die Schranke kommen.»

Was das Parkieren dort inskünftig die Coop-Kunden kosten wird, steht ihr zufolge auch schon fest: in der ersten Stunde 1.50 Franken, in der zweiten Stunde einen Franken und ab der dritten Stunde 50 Rappen.

Tarife privater Parkplätze im Fricktal

Private Parkplätze 15 Minuten 1 Stunde 3 Stunden
Coop Kaiseraugst (künftig) 1,5 1,5 3
Coop Rheinfelden 0 0,5 2.90
Migros Rheinfelden 0 0 5
Migros Frick 0 0 1.50
Migros Stein 0 0 untersagt
Coop Stein 0 0 untersagt

Coop in Rheinfelden: Nur die ersten 30 Minuten sind gratis

Als Grossverteiler-Kunde fürs Parkieren bezahlen – im Fricktal ist das noch die Ausnahme. Zumindest für die erste Stunde und damit ausreichend für den Einkauf ist es meist noch gratis. Das zeigt eine Auswertung. Die Kosten allerdings sind ganz unterschiedlich geregelt.

Wer etwa in der im Salmenpark Rheinfelden 2015 eröffneten Coop-Filiale einkauft, muss sich sputen: Nur die ersten 30 Minuten sind dort gratis, danach kostet es für die erste Stunde 50 Rappen. Wer einfährt, muss an einer Schranke halten und ein Ticket ziehen.

Oftmals stehen im Fricktal die zu Grossverteilern gehörenden Parkplätze und -häuser aber offen. Bei den Coop-Einstellhallen in Frick wird erst gar nicht ersichtlich, wie lange man dort parkieren darf. Bei der Migros Rheinfelden heisst es, die Plätze seien nur für Kunden da und nicht für Dauerparker. Arnold sagt:

«Wo immer möglich bieten wir Gratisparkplätze im Sinne einer Dienstleistung an unseren Kundinnen und Kunden an.»

Nur da, wo die Parkplatzbewirtschaftung Bestandteil sei von Baubewilligungen und Verträgen, setze Coop sie um – eben jetzt auch in Kaiseraugst. Schweizer Grossverteiler wissen: Die deutsche Grenzregion mit gebührenfreien Parkplätzen vor den Märkten ist nicht weit.

Tarife öffentlicher Parkplätze im Fricktal

Öffentliche Parkplätze 15 Minuten 1 Stunde 3 Stunden
Rheinfelden Schützen 0,5 0,5 3,5
Rheinfelden Storchennest 0,5 0,5 3,5
Rheinfelden Rhein-Parking 1 2 4
Frick Widenplatz 0 0 2
Frick Rebstock 1 1 3
Frick Bahnhofsparkhaus 1 1 3
Stein Saalbau 0 1 3
Stein Bustelbach 0 1 3
Laufenburg Burgmatt 1 1 3
Laufenburg Stadthalle 0 0 3
Laufenburg Stadthalle Parkhaus 0 0 4

Aus Rücksicht vor dem örtlichen Detailhandel

Auch die meisten grösseren Fricktaler Gemeinden betreiben eine Parkplatzbewirtschaftung. Das heisst: Sie beschränken die Parkzeit oder erheben Gebühren. In Rheinfelden wird laut Stadtschreiber Roger Erdin mit Ausnahme des Parkplatzes bei den Sportanlagen Schiffacker flächendeckend bewirtschaftet.

Doch sowohl dort wie auch in den anderen Bewirtschaftungsgemeinden wird versucht, die Gebührenschraube nicht zu stark anzuziehen – auch aus Rücksicht vor dem örtlichen Detailhandel.

Die Pandemie hat derweil auch Einfluss auf die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung. Weil der Detailhandel 2020 coronabedingt schliessen musste, wurde auch nicht mehr so viel parkiert. Die Folge: Die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung waren rückläufig. In Rheinfelden brachen sie von 2019 auf 2020 um fast 80'000 Franken ein, in Frick im selben Zeitraum um knapp 50'000 Franken.