Paralympics
Geplatzter Traum: Auch im dritten Anlauf bleibt Silvio Keller olympisches Edelmetall verwehrt

Für den Wallbacher Tischtennisspieler war in Tokio nach zwei Niederlagen bereits in der Vorrunde Endstation. Eine Trainingsvorbereitung war für den 38-Jährigen kaum möglich. Nun hat er Paris 2024 im Blick.

Dennis Kalt
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Erhoffte sich mehr von seiner Teilnahme in Tokio: Bereits nach der Vorrunde musste Silvio Keller die Heimreise antreten.

Erhoffte sich mehr von seiner Teilnahme in Tokio: Bereits nach der Vorrunde musste Silvio Keller die Heimreise antreten.

Swiss Paralympic / Gabriel Monnet

Der Traum vom olympischen Edelmetall platzte für Tischtennisspieler Silvio Keller bereits in der Vorrunde. Nach zwei Niederlagen schied der 38-jährige Wallbacher, der nach einem Unfall ab dem sechsten Halswirbel gelähmt ist, an den Paralympischen Spielen in Tokio frühzeitig aus. «Ein wenig enttäuscht bin ich schon», sagt Keller und schiebt nach: «Gerade bei der knappen Niederlage gegen den Kubaner im zweiten Match habe ich mir mehr ausgerechnet.»

Wie Keller sagt, habe ihm teilweise die nötige Präzision beim Aufschlag und Sicherheit in den entscheidenden Spielsituationen gefehlt. Erst eine Woche vor dem Abflug nach Tokio erfuhr der Fricktaler, dass er für den verletzten britischen Titelverteidiger Robert Davies ins paralympische Tableau rutschte. Keller sagt:

«Das hat mich überrascht. Ich habe nur noch zwei Mal vor dem Turnier voll trainieren können.»

So war eine adäquate Vorbereitung für Keller, um in Topform zu kommen, nicht möglich. Denn so standen etwa für London 2012 und Rio 2016 beinahe tägliches Training über mehrere Wochen auf dem Programm.

Kein Vergleich mit London 2012

Schade fand er, dass seine beiden Matches nicht per Stream live zu sehen waren und seine Frau und Familie im Fricktal nicht am Bildschirm mitfiebern konnten. Auch Wettkampfatmosphäre kam aufgrund des fehlenden Publikums in der Halle nicht richtig auf. «Das war nicht vergleichbar mit London 2012 und den 10'000 Zuschauern.» Trotzdem habe er die acht Tage in Tokio genossen. «Unter den Athleten war der olympische Geist spürbar», sagt er.

Seinen Traum von einer olympischen Medaille hat Keller noch nicht aufgegeben. Bei den Olympischen Spielen 2024 will er nochmals dabei sein und angreifen. Zumal sie in Paris stattfindet und damit im Gegensatz zu Tokio oder Rio quasi vor der Haustüre liegt. Keller sagt:

«Mir macht das Spielen Spass und ich fühle mich immer noch fit.»

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