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Para-Tischtennis EM: Silvio Keller aus Wallbach verpasst Medaille haarscharf

An den Para-Tischtennis Europameisterschaften scheiterte der Wallbacher Silvio Keller nur knapp im Viertelfinal.

Dennis Kalt
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Silvio Keller aus Wallbach. Er ist Tetraplegiker und Tischtennis-Profi. Silvio Keller aus Wallbach
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Silvio Keller aus Wallbach. Er ist Tetraplegiker und Tischtennis-Profi.
Silvio Keller
Silvio Keller aus Wallbach. Er ist Tetraplegiker und Tischtennis-Profi.

Silvio Keller aus Wallbach. Er ist Tetraplegiker und Tischtennis-Profi. Silvio Keller aus Wallbach

Fabio Baranzini

Etwas Enttäuschung ist Silvio Keller, 34, immer noch anzuhören, nachdem er von den Para-Tischtennis-Europameisterschaften aus dem slowenischen Lasko wieder zurückgekehrt ist. «Mein Ziel war eine Medaille. Lediglich ein Sieg hat mir dazu gefehlt.» Keller, der ab dem sechsten Halswirbel abwärts gelähmt ist, qualifizierte sich als einziger Schweizer für die K.-o.-Runde. Im Viertelfinale bekam er es mit dem Briten Paul Davies zu tun, der in der Rangliste vor ihm stand. «Ich wusste, dass er der Favorit ist, war mir jedoch sicher, dass ich gegen ihn eine Chance habe – auch, weil ich ihn in der letzten Partie bezwingen konnte.»

Doch es sollte nicht sein: Der erste Satz verlief deutlich mit 11:5 zugunsten des Briten. «Ich bin mit den langen und schnellen Aufschlägen von Davies nicht klargekommen und habe zu viele Fehler im Rückschlag fabriziert», resümiert Keller. In den folgenden Sätzen ändert Keller die Taktik. Beim Aufschlag seines Gegners setzt er seinen Rollstuhl zurück und hat somit mehr Zeit, um den Service zu retournieren.

Dies zahlt sich aus. Es entwickelt sich ein offenes Spiel. Unglücklich aus Sicht von Keller ist, dass er im zweiten Durchgang einen Satzball nicht nutzt und den Satz noch mit 10:12 abgeben muss. Nachdem Keller auf 1:2 Sätze verkürzen kann, hat er im vierten Durchgang abermals einen Satzball. Aber auch dieses Mal kann er ihn nicht verwerten und Davis macht den Sack zum 3:1 zu. «Die zwei vergebenen Satzbälle waren ärgerlich. Das Wettkampfglück hat einfach gefehlt», sagt Keller. Ärgerlich für Keller war auch, dass er bis vier Wochen vor der EM unter einer Schleimbeutel-Entzündung am Ellenbogen litt und nicht trainieren konnte.

Doch Keller blickt nach vorne: Bereits 2018 steht mit der WM, ebenfalls in Lasko, das nächste grosse Turnier an. Hierfür qualifizieren sich die ersten zwölf der Weltrangliste. Keller, auf Platz 16, hat gute Karten auf eine Teilnahme. So haben zwei vor ihm klassierte Spieler ihre Karriere beendet. Und von den fünf Koreanern, die vor ihm stehen, dürfen nur zwei an der WM teilnehmen. Trotzdem sagt Keller: «Ich will mich am nächsten internationalem Turnier in Belgien aus eigener Kraft nach vorne kämpfen.»

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