Pandemie
Teils nur 50 Prozent Auslastung: Den Fricktaler Kulturstätten bleiben die Besucherinnen und Besucher weg

Zwei Jahre Coronakrise – das setzt auch den Fricktaler Kulturveranstaltern immer mehr zu. Obwohl Veranstaltungen möglich sind, werden die Besuchszahlen von früher nicht erreicht. Alle hoffen, dass die Durststrecke bald zu Ende geht. Denn allzu lange reichen die Polster aus früheren Jahren nicht mehr.

Hans Christof Wagner
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Die Band North Atlantic Bridge hat ihren Auftritt in der Laufenburger Kultschüür am 13. April 2022.

Die Band North Atlantic Bridge hat ihren Auftritt in der Laufenburger Kultschüür am 13. April 2022.

zvg

Die Coronakrise setzt den lokalen Kulturveranstaltern noch immer zu – obwohl aktuell mit entsprechendem Schutzkonzept wieder Konzerte, Theater und andere Anlässe möglich sind. Die Kultschüür in Laufenburg etwa startet kommende Woche in die neue Saison. Betriebsleiter Martin Willi aber hat die im Dezember zu Ende gegangene Theater Wiwa-Produktion «Gefährliches Wochenende» im Hinterkopf – und die für ihn nicht zufriedenstellenden Besucherzahlen. Er sagt:

«Wir hatten in den zehn Vorstellungen nur 50 Prozent Auslastung.»

Willi wähnt dahinter die Furcht vor Ansteckung. Andere seien noch immer ungeimpft oder hätten sich nun schon daran gewöhnt, zu Hause zu bleiben.

Jetzt geht es in die neue Saison und im Programm steht viel Verschobenes aus 2020 und 2021. «Der Witz, die unterschätzte literarische Gattung» mit Hanspeter Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni, der Opener am
20. Januar, zum Beispiel stehe bereits zum dritten Mal auf der Agenda, sagt Willi.

Wenig Lust auf Theaterprobe mit Maske

Für den März setzt Willi auf die Zugkraft von Comedian Michel Gammenthaler. Für eine neuerliche Theater Wiwa-Produktion gebe es noch keine konkreten Ideen. Die Aussicht, dafür mit Maske proben zu müssen, beflügelt Willi nicht gerade. Insgesamt gehe es der Kultschüür aber nicht schlecht – das coronabedingte Defizit kann Willi durch Rücklagen «aus den guten Jahren» ausgleichen.

Martina Welt und Philipp Weiss betreiben «Fricks Monti».

Martina Welt und Philipp Weiss betreiben «Fricks Monti».

twe (22. April 2021)

Philipp Weiss, der mit Martina Welti «Fricks Monti» betreibt, sagt, er befinde sich «momentan nicht gerade im euphorischen Modus». Mit den Blockbustern «James Bond» und «Spiderman» sei es im Kino-Bereich im Herbst und über Weihnachten/Neujahr recht gut gelaufen.

Bei den Live-Events hingegen fährt Weiss momentan eher auf Sicht – heisst: Er plant nicht zu weit voraus. Fix gebucht ist derzeit nur die Multivision-Film-/Fotoreportage «Wanderland Schweiz» am 9. März. Weiss sagt, es mache in Coronazeiten wenig Sinn, in den Ticket-Vorverkauf zu gehen, um dann bei Absage alles rückabwickeln zu müssen.

Die Konzerte des Jazzclubs Ja-ZZ Rheinfelden fanden vor 2019 im Kulturkeller des Hotels Schützen statt.

Die Konzerte des Jazzclubs Ja-ZZ Rheinfelden fanden vor 2019 im Kulturkeller des Hotels Schützen statt.

zvg

Die Konzerte des Jazzclubs Ja-ZZ in Rheinfelden könnten auch unter den aktuellen Coronaauflagen stattfinden. Doch Veranstalter Peter Gutzwiller verzichtet derzeit darauf. Er sagt:

«Mit so wenigen Besucherinnen und Besuchern rentiert es nicht und es macht so auch keinen Spass in dem grossen Saal.»

Die Konzerte finden seit 2019 der Renovation des Hotels Schützen wegen nicht mehr in dessen Kulturkeller, dem Stammlokal, statt, sondern im Saal der Kapuzinerkirche. Für Gutzwiller neben Corona mit ein Grund, warum die Besucherzahlen aktuell so niedrig sind. Im September 2021 seien gerade mal 13 gekommen. Es brauche aber durchschnittlich 60 Zuhörerinnen und Zuhörer pro Konzert, dass es sich rechnet.

Das Januar-Konzert hat er schon gecancelt. Und er geht davon aus, dass auch das Februar-Event nicht laufen wird. Teils seien die Musikerinnen und Musiker aus dem Ausland und so sei oft schon deren Einreise ein Problem.

Hoffnung auf Rückkehr in den Schützenkeller 2023

Gutzwiller hofft auf das Frühjahr und auf eine Entspannung der Coronalage. Noch verfüge der 100 Mitglieder zählende Verein über Rücklagen. Aber die seien irgendwann aufgezehrt. Der Vereinspräsident hofft darauf, 2023 in den Schützenkeller zurückkehren zu können – 20 Jahre nach dem Start der Jazzkonzerte dort.

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