Pandemie
Sachbeschädigungen und Verunreinigungen: Jugendliche lassen ihren Frust am Gemeindeeigentum aus

Zuzgen hat mit Sachbeschädigungen und Littering zu kämpfen. Und das hat mutmasslich mit Corona zu tun. Auf dem Schul- und Kindergartenareal häufen sich seit vergangenem Jahr entsprechende Vorfälle. Der Gemeinderat wähnt Jugendliche dahinter und appelliert jetzt an deren Eltern – «einmal mehr».

Hans Christof Wagner
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Jüngst wurden an der Schule Zuzgen Trottinett-Halterungen beschädigt.

Jüngst wurden an der Schule Zuzgen Trottinett-Halterungen beschädigt.

hcw (30. März 2021)

«Leider sind in vergangener Zeit wiederum Sachbeschädigungen und Verunreinigungen auf dem Schul- und Kindergartenareal festgestellt worden», schreibt der Gemeinderat in den jüngsten Gemeindenachrichten, die auch online auf der Website von Zuzgen aufgeschaltet sind. Und: «Der Gemeinderat macht einmal mehr auf die angebrachten Tafeln mit den Vorschriften für die Benützung des gesamten Schulareals aufmerksam.»

«Wiederum» und «einmal mehr», das heisst, es ist nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt? «Leider nein. Schon in den vergangenen Monaten und Wochen ist Ähnliches passiert», berichtet Gemeindeammann Daniel Hollinger. Der vermutet Jugendliche dahinter, die sich in den Abendstunden auf dem Areal träfen. Hollinger sagt:

«Gegen ihre Treffen haben wir grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn sie sich anständig verhalten und den Müll nach ihren Treffen wegräumen.»

Hollinger schildert, dass bei den jüngsten Vorfällen Unbekannte Trottinett-Halterungen beschädigt hätten. Vor einigen Wochen seien Veloständer herausgerissen und aufs Dach geworfen worden. Ende 2020 habe man Sprayereien beseitigen müssen. Hinzu kämen weggeworfene Zigarettenstummel.

Häufung der Vorfälle seit Herbst 2020

«Farbschmierereien hat es einmal auch schon vor Jahren in Zuzgen und umliegenden Gemeinden gegeben, alle mit derselben Handschrift», erzählt Hollinger. Aber nach Jahren der Ruhe häuften sich die Vorfälle seit Herbst 2020. Dass die örtlichen Sportvereine coronabedingt nicht mehr zum abendlichen Training in die Halle kommen, verschärft Hollinger zufolge das Problem:

«So sind Jugendliche um die Halle weitgehend für sich, können sicher sein, dass ihr Tun nicht auffällt und müssen keine Konsequenzen fürchten.»

Hollinger äussert Verständnis dafür, dass Jugendliche Raum brauchen, um sich zu treffen und unter sich zu sein, gerade während der Coronakrise, in der viele Treffs und Angebote für die junge Generation weggefallen sind. Kein Verständnis aber hat er dafür, wenn damit Sachbeschädigungen und Verunreinigungen einhergehen. Diese zu beseitigen, mache anderen unnötig Arbeit und koste Geld. Zuzgens Gemeindeammann unterstreicht:

«Ich kann mir denken, dass Corona für Frust sorgt. Aber den Frust an öffentlichem Eigentum auszulassen, können wir nicht tolerieren. Wir als Gemeinde können schliesslich auch nichts für Corona.»

«Daher bitten wir die Eltern, die Jugendlichen auf die Vorschriften aufmerksam zu machen, darunter auch auf das auf dem Schulareal geltende Rauch-, Alkohol- und Drogenverbot», so der Appell des Gemeinderats an die Erziehungsberechtigten. «Wir können nur darauf hoffen, dass die Appelle fruchten», sagt Hollinger. Vorbeugen ist der eine Weg, polizeiliche Verfolgung der andere. «Wir stehen mit der Repol unteres Fricktal in Kontakt und die wird jetzt auch stärker präsent sein», berichtet der Ammann. Aber: «Fraglich ist eben immer, ob sie dann gerade jemand erwischen, wenn sie unterwegs sind.»