Rheinfelden
Panda- oder Biermotive: 18-Jährige startet Onlineshop für ausgefallene Handyhüllen

Für ihre Maturaarbeit handelt Rahel Erny im eigenen Onlineshop mit Handyhüllen. Mittlerweile hat sie sogar schon nach Berlin ein Päckchen an einen Kunden verschickt. Ihre Ware bezieht sie bei einem Grosslieferanten in China.

Andreas Fahrländer (TEXT UND FOTO)
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Rahel Erny, Maturandin: «Ausgefallene Handyhüllen sind sehr beliebt unter Jugendlichen.»

Rahel Erny, Maturandin: «Ausgefallene Handyhüllen sind sehr beliebt unter Jugendlichen.»

Andreas Fahrländer

Rahel Erny spricht mit leuchtenden Augen über ihre Maturaarbeit. Die 18-Jährige aus Rheinfelden besucht die 3. Klasse am Gymnasium Muttenz. «Ich wollte nicht einfach eine theoretische Arbeit schreiben, sondern etwas ganz Praktisches tun und das dann analysieren», erzählt sie. Im Rahmen des Schwerpunktfachs Wirtschaft hat sie eine Idee aufgegriffen, auf die sie in ihrer Freizeit gestossen ist.

Auf der Suche nach ausgefallenen Hüllen für ihr Smartphone ist ihr aufgefallen, dass diese in der Schweiz ziemlich teuer sind. Übers Internet können die gleichen Produkte aus Fernost viel günstiger direkt bezogen werden. Das brachte Erny auf die Idee, einen Onlineshop zu gründen, auf dem sie solche Hüllen verkauft. Unter Betreuung ihrer Wirtschaftslehrerin hat sie im Alleingang die Website «case4mobile» gestartet.

Anfänglich hat Rahel Erny vor allem Werbung für ihren Shop in ihrem Bekanntenkreis und auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram gemacht. Das hat ihr auch Kunden aus Deutschland eingebracht – bis nach Berlin hat sie schon Päckchen versandt.

Doch Werbung allein auf Facebook reichte bisher nicht. Deshalb hat Erny jetzt Flyer drucken lassen, die sie an verschiedenen Gymnasien verteilen möchte. Schüler in diesem Alter sind ihre Hauptzielgruppe. «Ausgefallene Handyhüllen sind sehr beliebt unter Jugendlichen und dienen nicht nur zum Schutz der Mobiltelefone, sondern vor allem der Dekoration», erklärt die geschäftstüchtige Maturandin. «Ich wechsle auch selbst gerne immer wieder das Design meines Smartphones.» Das Kerngebiet ihres Shops sieht sie im Fricktal, im Baselbiet und in Basel.

«Reich werde ich nicht damit»

Auf ihrer Website verfolgt sie, welche Produkte am beliebtesten sind und reagiert individuell auf Kundenwünsche. Der Grosslieferant aus China, wo sie die Ware bezieht, liefert auch kleine Bestellungen in kurzer Frist, sodass die meisten Produkte innerhalb weniger Tage verfügbar sind. Den Weiterversand an ihre Kunden bestreitet Erny selbst, viel Aufwand ist es nicht für sie.

Viel mehr Aufwand war die Planung und Erstellung der Website. Diese praktischen Erfahrungen aus der Geschäftswelt beschreibt sie jetzt im theoretischen Teil der Maturarbeit. Und nicht zuletzt verdient sie sich mit dem Onlineshop ein kleines Zubrot. «Reich werde ich nicht damit, aber ein bisschen etwas dazuverdienen kann ich hoffentlich bald.» Rahel Erny möchte nach der Matura im kommenden Dezember ein Praktikum machen und vielleicht zwei, drei Monate ins Ausland, bevor sie ein Betriebswirtschaftsstudium in Angriff nehmen will.

«Ich möchte die Website auf jeden Fall weiter betreiben. Es macht mir viel Freude», sagt Erny. Die beliebtesten Motive sind übrigens zurzeit Abdeckungen, die aussehen wie ein Pandabär oder ein frisch gezapftes Bier – nicht ganz unpassend in der Bierbrauerstadt Rheinfelden.