So manch einer wird sich in den nächsten Tagen auf die Poststelle begeben, damit das Geschenk für den Enkel oder das Patenkind in der Ferne rechtzeitig unterm Christbaum liegt. Wer werktags arbeiten muss und nur am Samstag die Poststelle besuchen kann, läuft bei dem gesteigerten Paketvolumen kurz vor Weihnachten Gefahr, lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Wer Menschenschlangen vermeiden will, für den bietet sich die Alternative an, mit seinem Paket einen sogenannten «Parcelshop» – kleine Geschäfte, in denen man Pakete versenden und empfangen kann – aufzusuchen.

Im Fricktal gibt es von Kaiseraugst bis Schwaderloch mittlerweile über zehn Parcelshops der Paketdienstleister DHL, DPD und UPS. So auch im Kreher Camping Shop in Mumpf. Dort werden etwa zwölf Paket pro Woche, die nicht zugestellt werden konnten, abgegeben. «Der Paket-Service sorgt für Zusatzverkäufe», sagt Geschäftsführerin Jeannette Bitter. «So hat sich auch schon der eine oder andere ‹Nicht-Camper› spontan Outdoor-Besteck für seine Gartenhütte gekauft.» Ein weiteres kleines Zubrot für das Geschäft sei «die kleine Pauschale», die es pro entgegengenommenem Paket gebe.

Einen ähnlichen Grund, weshalb er einen Paketdienst in seiner AltstadtPapeterie in Rheinfelden anbietet, nennt Hans-Peter Jäger. «Beim Abholen des Paketes fällt einigen Kunden noch ein, dass sie einen bestimmten Schreibwaren-Artikel brauchen.» Etwa fünf Pakete werden pro Tag in der Altstadt-Papeterie abgeholt. «Gegen Weihnachten hin steigt die Anzahl an Paketen, die abgeholt wird, leicht an. Einen Aussreisser nach oben gab es kurz nach dem ‹Black Friday› am 23. November», so Jäger. Die zeitlichen Ressourcen, die der Paketservice in Anspruch nehme, seien äusserst gering. «Mit dem Scanner geht alles ganz schnell – das Hauptgeschäft wird nicht tangiert», sagt Jäger.

Versendet wird kaum

Zum Versenden bringen jedoch nur äussert wenige Kunden ihre Pakete vorbei. Dies gilt sowohl für die AltstadtPapeterie als auch für den Camping-Shop. «Dass man bei uns auch Pakete versenden kann, ist kaum bekannt», sagen denn auch Jäger und Bitter unisono. So ist es für Bitter nicht verwunderlich, dass Personen aus dem mittleren Fricktal, um ein Paket aufzugeben, grösstenteils auf die Steiner Post fahren, «obwohl es dort am Samstag sein kann, dass sie auch mal eine halbe Stunde warten müssen».

Auch die neugegründete Firma Multimedia Fricktal, die seit Oktober an der Hauptstrasse 34 in Frick domiziliert ist, setzt auf den Paketservice. Co-Inhaber Roland Obrist erklärt, dass man sich dafür entschieden habe, um die Kundenfrequenz im Laden zu erhöhen. «Die Leute sollen wissen, wo sie ihre TV-Geräte und Computer herbekommen können.»

15 bis 20 Kunden pro Monat holen im Blumenladen von Isabelle Bolinger in Kaiseraugst an der Dorfstrasse ihre Pakete ab. Als die Anfrage von DHL per E-Mail kam, habe sie gleich zugesagt. «Es gibt durch den Paketshop jetzt die eine oder andere Person mehr, die weiss, dass es an der Dorfstrasse einen Blumenladen gibt», sagt Bolinger, die durch den Paketservice schon so manchen «60-Franken-Strauss» zusätzlich verkauft hat.