Zuzgen
Ortsbürger wollen (noch) keine Fusion

Der Diskussionsabend war deutlich geprägt vom Festhalten an Traditionen.

Regina Erb
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Einwohner- und Ortsbürgergemeinde sind in ihren Leistungen unterschiedlich. Sie ziehen jedoch am gleichen Strick, denn beide Körperschaften bestimmen über das Wohl der Mitbewohner und ihrer Umgebung. Erneut wurden am Mittwoch über ein allfälliges Zusammengehen von Orts- und Einwohnergemeinde Pro und Kontra geäussert.

Gemeindeammann Heinz Kim erklärte zunächst, dass die Ortsbürgergemeinde ihren Ursprung in der «Kommunalisierung» zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert habe. Allmählich seien aus der Ortsbürger- die Einwohnergemeinden entstanden. Und diese hätten sukzessive neue Aufgaben zu erfüllen. Der Ortsbürgergemeinde oblag bloss noch die Armenfürsorge. Allerdings ist, wie im Fall von Zuzgen, der Gemeinderat für das Wohl von effektiv zwei Gemeinden verantwortlich. Die einzige Ressource der Ortsbürgergemeinde Zuzgen stammt aus dem Erlös des Holzverkaufes. «Im Budget 2010 sind 100000 Franken Einnahmen veranschlagt», erklärte Gemeinderat Edmund Reinle. Und noch bis Ende dieses Jahres werfe die Mergelgrube einen Ertrag ab, dann sei auch diese Einnahmequelle versiegt. Laut dem Förster von Zuzgen werde sich aufgrund des gierigen Borkenkäfers von und Unwettern der Wald und damit auch das Volumen des Holzverkaufs nicht so schnell verbessern. Man müsse aber auch den Jungwuchs im Auge behalten.

Im Grunde genommen seien Orts- und Einwohnerbürger gleichgestellt, war zu hören. Aus der Diskussionsrunde kam die Anregung, die Rechnungen der beiden Gemeinden zusammenzulegen. Konkret bedeutet dies, dass die Forstadministration zur Einwohnergemeinde wechselt und somit Geld gespart wird. «Der Wald geht uns alle an, er ist unsere ökologische Lunge und höher zu werten als das Materielle», betonte Heinz Kim. Verfechter der Ortsbürgergemeinde betonten, man solle alte Traditionen in Zeiten der Gleichmacherei bewahren.

Weitere Gespräche zwischen Ortsbürger- und Einwohnergemeinde sind geplant, jedoch müssen sich die Zuzger in Geduld üben, denn eine Fusion hängt auch mit Emotionen zusammen. An einem bereits geplanten Fest der effektiv 150 Ortsbürger werde intensiv über ein Zusammengehen der Gemeinden diskutiert.

Und der Gemeinderat ist darum bemüht, die insgesamt harmonische Atmosphäre im Dorf aufrechtzuerhalten. Deutliches Schlusswort von Heinz Kim: «Wenn an einer Gemeindeversammlung gerade mal sechs Personen teilnehmen, dann ist das traurig und enorm verbesserungswürdig, weil wir eine breite Abstützung für die Befindlichkeit aller Zuzger benötigen.»