Möhlin
Orientierungslauf: Ein Brüderduell mit Premiere-Lachen

Daniel Hubmann gewann an den Mitteldistanz-Meisterschaften der Orientierungsläufer vor Bruder Martin.

Jörg Greb (Text und Fotos)
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Start des OL in Möhlin.
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OL Möhlin
Aktion im Wald.
Judith Wyder im Unterholz.
Start des OL in Möhlin.
Die Kyburz-Brüder.

Start des OL in Möhlin.

Jörg Greb

Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Die Dickichte, Brombeeren, Ranken wie sie sich auf einer alten OL-Karte von 1988 präsentierten, waren sehr selten. «Ein offener, erstaunlich rasch zu belaufender Wald» urteilten die Spezialistinnen und Spezialisten schier ausnahmslos nach ihren Einsätzen. Herausfordernd wirkte anderes, etwa der wasserdurchtränkte Boden, der die Abwärtspassagen zu regelrechten Rutschpartien machte oder die tiefe des Bodens, welche an den Kräften der Athleten zehrte.

Doch die Hierarchie blieb gewahrt, zumindest bei den Männern. Daniel Hubmann, vierfacher Einzel-Weltmeister und letzte Saison klare Weltnummer 1, gewann diesen jüngsten Titelkampf. 45 Sekunden trennten ihn nach seinen 31:41-Wettkampf-Minuten vom Zweitplatzierten – seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Martin. Zwischen zwei und drei Minuten verlor das nachfolgende Sextett: Florian Howald, Andreas Rüedlinger, Florian Schneider und Baptiste Rollier.

Weniger hart als angekündigt

«Es lief gut, zumal ich mir das Ganze härter vorgestellt hatte», sagte der 33-Jährige und verwies auf die abstrakten Renndaten, die einen anspruchsvollen Lauf ankündigten. Vor allem die vielen Steigungsmeter hatten ihm Respekt eingeflösst. Stattdessen fand er einen «schönen, tricky Parcours» vor, auf dem er mit den vom national härtesten Widersacher, Matthias Kyburz als Bahnleger gestellten Aufgaben «sehr gut zurecht» kam. «Es stellte sich stets die Aufgabe, ob direktes Laufen quer durch den Wald oder explizite Umwege auf Wegen die bessere Lösung darstellten», beschrieb Hubmann. Vorzugsweise entschied er sich für die Direktvarianten. Er fuhr gut damit: «Quer durch die dichten Tannli, bückend, kratzend, ohne Weitsicht, das war spannend.»

Martin Hubmanns Eingeständnis

Und dabei vermochte Daniel Hubmann seine physischen Qualitäten auszuspielen. Trotz Einschränkungen: «In Hochform befinde ich mich zwar noch nicht, aber für die aktuelle Trainingsphase stimmt der Fahrplan.» Potenzial zeigte sich ihm primär im Hochtempobereich, beim Stehvermögen.

Bei dieser Ausgangslage keine Mühe mit dem Klassement bekundete Martin Hubmann. «Danis Vorzüge akzeptiere ich, ich bin mit meinem Rennen von A bis Z zufrieden. Er betonte:_»Ich verstand es, die Balance zwischen solider Kontrolle und resolutem Drücken aufs Tempo zu finden». Die Brüderhierarchie bezeichnete er als «logische Folge», auch wenn er diese letzten Sommer an der WM in Schottland als Silbermedaillengewinner im Sprint auf den Kopf hatte stellen können.

Friederichs Lauf

Eine souveräne Siegerin zeigte auch das Frauenrennen. Rahel Friederich hiess diese. Die 30-jährige Baslerin freute sich explizit und sprach von «einem perfekten Rennen». Sie verstand es, ihre physischen Fortschritte umzusetzen und technisch konstant zu bleiben. Das Klassement erstaunte sie dennoch, bezeichnet sie doch als ihre Spezialdistanz die Sprints in den Städten. Lachend sagte sie: «Wohl hat mir der Sprintsieg am Vortag in Gelterkinden wie auch der 3000-m-Testlauf-Sieg Flügel verliehen.»

Friederich war 42 Sekunden schneller als Altmeisterin Simone Niggli-Luder. Die 23-fache Weltmeisterin nahm ihrerseits der Drittplatzierten Sabine Hauswirth 21 Sekunden ab. Nicht über Rang 6 hinaus kam Frauenteam-Leaderin Judith Wyder.

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