Orientierungslauf
Optimistisch trotz Dämpfer: Matthias Kyburz hat an der WM noch drei Medaillenchancen

In den vergangenen Jahren hat Matthias Kyburz bereits sieben WM-Medaillen gewonnen, Edelmetall in der Langdistanz fehlt ihm aber noch. «Diese Lücke zu schliessen, gibt mir sicherlich noch eine Extramotivation», so der Fricktaler.

Marc Fischer
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Eine halbe Sekunde fehlte Matthias Kyburz an der Orientierungslauf-Weltmeisterschaft in Tartu zum Gewinn der Bronzemedaille. Drei weitere Einsätze stehen bevor. (SWISSORIENTEERING/Remy Steinegger)

Eine halbe Sekunde fehlte Matthias Kyburz an der Orientierungslauf-Weltmeisterschaft in Tartu zum Gewinn der Bronzemedaille. Drei weitere Einsätze stehen bevor. (SWISSORIENTEERING/Remy Steinegger)

KEYSTONE

Nach einer knappen Viertelstunde fehlte dem Möhliner Orientierungsläufer Matthias Kyburz am Samstag im Weltmeisterschaftssprint eine halbe Sekunde zur Bronzemedaille. Ein paar wenige Wimpernschläge. «Das war schon eine ziemliche Enttäuschung und der knappe Rückstand schmerzt umso mehr», sagte Kyburz gestern am Telefon. Den Zeitverlust zu analysieren, sei unmöglich, so Kyburz weiter, «die halbe Sekunde kann ich überall verloren haben».

Mittlerweile hat der Möhliner seinen Fokus aber trotz des Dämpfers wieder nach vorne gerichtet. Muss er auch: Bereits am Dienstag steht das Langdistanz-Rennen und damit die Königsdisziplin des Orientierungslaufs auf dem Programm. In den vergangenen Jahren hat Matthias Kyburz bereits sieben WM-Medaillen gewonnen, Edelmetall in der Langdistanz fehlt ihm aber noch. «Diese Lücke zu schliessen, gibt mir sicherlich noch eine Extramotivation», so der Fricktaler.

Als Titelverteidiger am Start

Das Gelände in Estland sei etwas anders als beispielsweise in der Schweiz, erklärt Kyburz. «Der Boden ist oft von Farnen und anderen Pflanzen bedeckt und es hat auch immer wieder grössere Büsche in den Wäldern, welche die Sicht beeinträchtigen.» Mit Trainingsblöcken in Estland im letzten Herbst und im Frühling hat sich Kyburz jedoch auf die speziellen Gegebenheiten vorbereitet. Heute erwartet der Möhliner «ein schwieriges Rennen». Und wie schätzt er seine Chancen ein? «Ich gehöre nicht zu den Topfavoriten, aber zum Kreis der Medaillenkandidaten», sagt er. «Wenn alles passt, kann ich sicher weit nach vorne laufen.»

Weiter oben in der Favoritenskala steht Matthias Kyburz dann am Donnerstag über die Mitteldistanz, wo er als Titelverteidiger antritt und am Freitag in der Staffel. In diesen beiden Disziplinen weist er die Favoritenrolle denn auch nicht von sich. «Wenn man Titelverteidiger ist und die Vorbereitung wunschgemäss verlaufen ist, gehört man sicherlich zu den Favoriten», sagt er. Und fügt an: «Ich habe für die Mitteldistanz auch hohe Ambitionen.» Gleiches gilt für die Staffel, die in der gleichen Formation antritt wie bei den Weltmeisterschaften vor einem Jahr. Damals gewannen die drei Schweizer Läufer die Silbermedaille.

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