Zu einem Wolkenbruch kam es beim dreiwöchigen Open-Air-Kino in Frick, das am Samstag zu Ende ging, nur gerade dreimal. Zweimal davon physisch; die Wolken brachen. Die verregneten Vorstellungen verlegten Philipp Weiss und Martina Welti, die «Fricks Monti» seit 29 Jahren betreiben, kurzerhand in den Saal. «Das ging, da nicht mehr Leute kamen, als im Saal Platz haben», sagt Weiss. Fricks Monti hat 177 Sitzplätze.

Noch zwei weitere Filme liess Weiss im Saal laufen – weil die Wetterentwicklung unsicher war. Der 51-jährige Kino- und Kulturmanager lacht. «Das eine Mal traf es ausgerechnet den Film ‹Der Junge muss an die frische Luft›.»

Zu einem Wolkenbruch ganz anderer Art kam es am letzten Mittwoch – bei bestem Wetter. Da lief die Schweizer Produktion «Wolkenbruch» im Open-Air-Kino. «Die Vorstellung war beinahe ausverkauft», freut sich Weiss. Über 300 Besucher wollten den Film sehen – und kamen gleichzeitig in den Genuss eines launigen Kurzinterviews mit «Wolkenbruch»-Regisseur Michael Steiner. Und in den Genuss eines «Zurück in die Vergangenheit»-Moments: Aufgrund einer technischen Panne lief der Film einige Minuten lang als Stummfilm. Weiss hatte das Problem aber schnell im Griff. «Der Server verarbeitete die Signale nicht korrekt.»

Auch Bohemian Rhapsody wollten viele sehen

Der Film, eine Komödie, die sich um das Liebesleben des jungen Motti Wolkenbruch und um die konträren Vorstellungen seiner jüdischen Mutter dreht, war der Publikumsmagnet. Gesamthaft sahen zwar mehr Besucher «Bohemian Rhapsody» – doch dieser Film lief zweimal open air.

Dass bei «Wolkenbruch» auch im Open-Air-Kino derart die Zuschauerdämme brechen, hätte Weiss so nicht erwartet. «Der Film lief im letzten Herbst 19 Wochen lang im Saal und ist der bestbesuchte Film der letzten Zeit», sagt er. Viele Fricktaler hatten ihn also schon gesehen.

Dass der Film trotzdem zum Highlight im Open-Air-Kino avancierte, freut Weiss umso mehr, als er selber die Produktion für «einen der besten Schweizer Filme» hält und den jungen Hauptdarsteller, Joel Basman, als «Zukunftsversprechen» sieht.

Eines der besten Open-Air-Kino-Jahre

Auch sonst ist Weiss mit der diesjährigen Ausgabe «sehr zufrieden». Es sei zwar nicht das beste Open-Air-Kino-Jahr aller Zeiten gewesen, «aber es gehört klar zu den besten.» Konkrete Besucherzahlen publiziert Weiss nicht.

Im Gegensatz zu anderen Jahren habe es auch keinen «Hänger gegeben». «Alle Vorstellungen waren zwischen gut und super besucht», bilanziert Weiss. Dies auch dank dem Filmangebot der letzten Monate. «Es hatte für jeden Geschmack etwas dabei.»