Rheinfelden
Oldtimer-Parade machte in der Marktgasse halt

Gegen 80 Oldtimer-Autos nutzten auf ihrer zweiten Etappe der Weinstrassen-Rallye «Vino Miglia» von Titisee nach Grindelwald die Stadtdurchfahrt vom Sonntagmorgen zu einem offiziellen Kontrollhalt vor dem Rathaus.

Henri Leuzinger
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Gegen 80 Oldtimer-Autos nutzten auf ihrer zweiten Etappe von Titisee nach Grindelwald die Stadtdurchfahrt vom Sonntagmorgen zu einem offiziellen Kontrollhalt vor dem Rathaus. Bei wechselhaftem Wetter, das den Teams alles abverlangte (am Feldberg hatte es zuvor gehagelt) präsentierte Richard Grell sachkundig und vergnüglich jedes Fahrzeug einzeln, technisch versiert und anekdotenreich.

Erstaunlich viele Auto-Liebhaber säumten die obere Marktgasse, die zeitweise von kräftigem Benzin- und Zweitakterduft durchzogen war, bis buchstäblich aus heiterem Himmel der nächste kurze Platzregen die Luft wieder reingewaschen hatte. Manchem Piloten gelang es dabei nicht, das Stoffverdeck seines offenen Cabriolets rechtzeitig zu schliessen. Vergnüglich war’s allemal und das Publikum schickte jedes Fahrzeug mit Applaus auf die weitere Reise.

Talbot, Horch, Borgward Isabella, BMW V8, Mercedes SL300, MG Midget, Porsche 356, Jaguar E Type, Triumph TR6, Ferrari Dino – das sind Namen, welche sachkundige Auto-Liebhaber ins Schwärmen bringen. Sie stehen für charaktervolle prägnante Fahrzeuge mit typischen Karosserien, ganz anders als das heute übliche Einheitsdesign.

Ins Bayrische unterwegs

Der Oldtimer-Tross ist vom 18. bis 25. Juni aus Deutschland durch die Schweiz ins Südtirol und zurück ins Bayerische unterwegs. Dabei haben die rüstigen Veteranen nach der Fahrt ins Berner Oberland den Grimsel- und Nufenenpass zu überwinden, steuern dann über Lugano, Chiavenna dem Bergell zu, steigen den Malojapass ins Engadin hoch und streben schliesslich über den Ofenpass Meran zu. Anschliessend folgt mit dem Timmelsjoch die höchste Bergankunft der diesjährigen Tour, die in Sonthofen wieder bei Start und Ziel erwartet wird. Die Rallye ist kein Rennen gegen die Uhr, sondern auf Zuverlässigkeit, Präzision und Vergnügen ausgerichtet.

Das Feld wird dominiert von deutschen und englischen Autos, dazu kommen einige Wagen aus Frankreich, Italien, Schweden und den USA. Der älteste, ein Austin Seven, Baujahr 1927, war zu seiner Zeit in Grossbritannien ein beliebter und bekannter Kleinwagen.

Einer der rarsten ist der mächtige «INVICTA 4,5 lt, Baujahr 1929», ein schneller, teurer englischer Sportwagen. Richtig herzig kam dagegen die winzige BMW Isetta von 1958 daher, oder das knallrote Goggomobil, Baujahr 1969, mit einem Zweizylindermotor von gerade einmal 245 Kubikzentimetern und 14 PS. In der Armada der Mercedes und Jaguars fielen diese Exoten ebenso auf wie die tollen offenen Konstruktionen aus den 1930er-Jahren.

Der gut organisierte Anlass liess bei manchen Einheimischen Wehmut aufkommen, weil es Rheinfelden nicht gelang, die legendäre Oldtimer-Sammlung von Walter Grell, die einst im Hotel des Salines ganze Säle belegte, für die Stadt zu erhalten.

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