Rheinfelden
Ohne Steg bleibt der Rheinuferweg viel länger

Zum Ärger vieler ist der alte Eisensteg abgerissen, worüber sich höchstens die Alteisen- und Stahlverwerter freuen können. In beiden Stadtverwaltungen steht der Neubau einer Kleinbrücke über den Rhein oben auf der Wunschliste.

Peter Rombach
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Der Rheinuferweg auf badischer Seite mit dem Sonnenaufgang über der Schweizer Altstadt. (ach)

Der Rheinuferweg auf badischer Seite mit dem Sonnenaufgang über der Schweizer Altstadt. (ach)

Die beliebte Verbindung zwischen beiden Rheinfelden, die sogar zwei schlimme Weltkriege überdauerte, fehlt in der Rheinlandschaft. Ob Ersatz geschaffen werden kann, steht – zumindest vorläufig noch – in den Sternen. In beiden Rathäusern laufen intensive Untersuchungen, ob ein Neubauprojekt finanzierbar ist und welcher Standort sich überhaupt als ideal erweist.

Arbeitsgruppe wurde gegründet

Baustadtrat Oliver Tschudin bestätigte gestern gegenüber der az Aargauer Zeitung, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe installiert ist, um Daten und Erkenntnisse zu sammeln. Sie müsse auch Klarheit über die notwendigen Behördenwege auf Schweizer wie auf deutscher Seite schaffen. «Gesicherte Untersuchungen liegen derzeit nicht vor, sodass ich zur Kostenfrage gar nichts sagen möchte.»

Tschudin deutete an, dass es Bestrebungen gebe, am alten Stegstandort einen neuen Rheinübergang zu bauen. Er warnte aber vor Spekulationen und riet eindringlich, auf Fakten zu warten.

Der Gemeinderat im badischen Rheinfelden preschte schon mal vor und signalisierte an der jüngsten öffentlichen Sitzung «volle Unterstützung» der Verwaltung. Sie müsse gemeinsam mit der Zähringerstadt und der Energiedienst AG (ED) nach Lösungen suchen, in Zukunft einen noch attraktiveren Rheinuferweg zu bieten, zu dem halt auch ein neuer Steg gehöre. Dessen Kosten schätzte Oberbürgermeister Eberhard Niethammer auf 10 Millionen Euro.

Übrigens: Frühere Berechnungen gingen mal von 4 bis 6 Millionen Euro aus. Niethammer berichtete, dass mit dem Freiburger Regierungspräsidium bereits Fördermöglichkeiten abgeklärt würden. Und er nannte den Topf, aus welchem Geld fliessen könnte: Das baden-württembergische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Nicht auszuschliessen seien bis zu zwei Millionen Euro Zuschuss.

Der Oberbürgermeister plädierte allerdings dafür, zunächst mal abzuwarten, wie der Übergang über das neue Kraftwerk von der Bevölkerung angenommen wird. Ihm schien es wichtig, die neue Anlage als «leuchtendes Beispiel für die Nutzung regenerativer Energie» darzustellen und dass der Rheinuferweg spezielle «Erlebnisräume» bekommt. Die ED hatte vor wenigen Wochen bekanntlich zugesichert, einen Pavillon mit einer Turbinen-Generatoren-Einheit aus der Gründerzeit des alten Kraftwerks zu installieren.

Baustadtrat Oliver Tschudin ist sich bewusst, dass der Rheinuferweg länger geworden ist. Der ED attestierte er, auf Schweizer Seite den Pfad zwischen ehemaligem Eisensteg und neuem Maschinenhaus «so gut wie möglich optimiert» zu haben. Das betreffe den Belag wie das Geländer. Ein rollstuhlgängiger Ausbau scheitere allein schon an der Topografie.

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