Am 27. Juni werden die Stimmbürger an vier gleichzeitig stattfindenden Gemeindeversammlungen entscheiden, ob sie den Vertrag zur Fusion von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) auf den 1. Januar 2022 genehmigen. So jedenfalls lautet der Plan. Um den umfassenden Schlussbericht der Zusammenschlussabklärungen in Ruhe mit der Bevölkerung diskutieren und letzte Inputs für die Ausarbeitung des Fusionsvertrags entgegennehmen zu können, laden die Projektverantwortlichen in jeder Gemeinde zu einem öffentlichen runden Tisch ein. Der erste fand am Donnerstagabend in der «Bäre»-Schüür in Bözen statt. Nur etwa 20 Personen haben sich an eine der beiden langen Tischreihen gesetzt.

Rund zwei Drittel der Anwesenden machten BEEH-Gemeinderäte und Vertreter der beteiligten Arbeitsgruppen aus. Am meisten zu reden gab in dieser kleinen Runde während den folgenden zwei Stunden die jüngste Aufforderung des Regierungsrats, für die neue Gemeinde einen anderen Namen als «Oberes Fricktal» zu suchen, weil diese Bezeichnung gemeinhin ein grösseres Gebiet umfasst als die vier involvierten Gemeinden (die AZ berichtete).

In einer im letzten Sommer durchgeführten Umfrage konnte die Bevölkerung zwischen je vier Vorschlägen für das neue Gemeindewappen und den neuen Gemeindenamen wählen. An den bisherigen Ortsbezeichnungen, Adressen und Postleitzahlen wird sich mit der Fusion nichts ändern. Zur Auswahl für den übergeordneten Gemeindenamen standen Rebthal, Oberes Fricktal, Unterberg und Böztal.

Zeit für neue Umfrage drängt

Von den 2190 verschickten Umfragebögen kamen 760 Antworttalons zurück. Auf den Namen Oberes Fricktal entfielen 359 Stimmen. Für Rebthal sprachen sich 142 Personen aus, für Böztal 135 und für Unterberg 73. Gegen keinen dieser Namen erhoben weder das Bundesamt für Landestopografie noch der Kanton in formeller Hinsicht Einwände. Doch mit dem Brief von Landammann Urs Hofmann vor wenigen Tagen sieht die Ausgangslage anders aus. «Jetzt ist es eine politische Diskussion. Der Projektausschuss und die zuständige Arbeitsgruppe werden demnächst zusammensitzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen», sagte Robert Schmid, Gemeindeammann von Bözen und Vorsitzender des Projektausschusses.

Denkbar sei, so Schmid, dass die Bevölkerung aus den verbleibenden drei Namen Rebthal, Unterberg und Böztal ihren Favoriten nochmals bestimmen könne. Aus der Runde gingen weitere Vorschläge ein wie Hessenberg, Nättenberg und Bözingen. Aus der Arbeitsgruppe war zu hören, dass ursprünglich rund 80 Namen zur Diskussion standen. Auch Hessenberg und Nättenberg. Damit hätte man aber Hornussen ausgeschlossen. Auch Oberfricktal wurde verworfen, weil es zu Verwechslungen mit Gipf-Oberfrick kommen könnte.

Entscheidend ist nun, ob neue Namen zur Wahl gestellt werden. Denn diese müssten wieder zuerst von Bund und Kanton geprüft werden, was etwas Zeit in Anspruch nimmt. Steht der neue Gemeindename bis zum 22. Mai nicht fest, könnte der Fusionsvertrag nicht wie geplant veröffentlicht werden und das Traktandum an den Gmeinden müsste verschoben werden.

Robert Schmid erwähnte in der «Bäre»-Schüür auch, dass man dem neuen Gemeinderat eine Übergangskommission zur Seite stellen möchte, in der Vertreter aus allen vier Dörfern dabei sind. Sie sollten gewährleisten, dass die Behörde auf das Know-how von allen vier Fusionspartnern zurückgreifen kann.