Oeschgen
Ohne den Elternverein: Wie geht es weiter beim Mittagstisch?

Der Elternverein Schlössli zieht sich im Sommer zurück – die Gemeinde klärt nun den Bedarf ab.

Marc Fischer
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Mittagstische sind gefragt: In Oeschgen essen 70 bis 80 Personen gemeinsam, in Gipf-Oberfrick sind es jeweils zwischen 60 und 90. (Symbolbild)

Mittagstische sind gefragt: In Oeschgen essen 70 bis 80 Personen gemeinsam, in Gipf-Oberfrick sind es jeweils zwischen 60 und 90. (Symbolbild)

Emanuel Per Freudiger

Seit rund 15 Jahren gibt es in Oeschgen einen Mittagstisch. Aufgebaut wurde er vom Elternverein Schlössli in Freiwilligenarbeit. Jeweils am Dienstag gibt es im Mehrzweckraum beim Kindergarten ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Das Angebot richte sich an alle Bevölkerungsgruppen, egal ob Kinder, Familien, Arbeiter oder Rentner, sagt Patricia Leuenberger, Präsidentin des Elternvereins. Der Mittagstisch kommt bei der Bevölkerung an. «Wöchentlich haben wir 70 bis 80 Personen, die bei uns essen», so Leuenberger. Bunt durchmischt seien die Gäste. «Das trägt auch zu einem guten Zusammenhalt im Dorf bei.»

Ob das Angebot auch weiterhin bestehen wird, ist allerdings im Moment unklar. Der Elternverein hat beschlossen, den Mittagstisch nur noch bis zu den Sommerferien weiterzuführen. «Das haben wir der Gemeinde so mitgeteilt», sagt Leuenberger. Sie blickt auf die Geschichte des Mittagstischs zurück. «Bis vor zwei, drei Jahren engagierten sich die Köchinnen und Helferinnen freiwillig und ohne Entgelt», sagt sie. Doch es sei immer schwieriger geworden, Freiwillige zu finden. Deshalb hat sich der Verein dann entschieden, pro Einsatz eine kleine pauschale Entschädigung zu bezahlen – grösstenteils aus der eigenen Kasse. «Wir erhalten einen kleinen Unterstützungsbeitrag von der Gemeinde», so Leuenberger.

Schwierige Helfersuche

Doch nun möchte sich der Elternverein ganz aus dem Mittagstisch zurückziehen. Aus verschiedenen Gründen, wie die Präsidentin ausführt.

GIPF-OBERFRICK

Neu mit Köchin im Auftragsverhältnis

Auf das kommende Schuljahr wird der Mittagstisch in Gipf-Oberfrick erweitert. Bislang wurde er dienstags und donnerstags angeboten, neu an allen Werktagen. An den beiden bisherigen Tagen stehen dabei weiterhin «halbfreiwillige» Teams im Einsatz, wie Gemeindeschreiber Urs Treier sagt. Sie erhalten eine pauschale Entschädigung. An den drei neuen Tagen ist eine Köchin im Auftragsverhältnis für den Mittagstisch tätig.

Es sei trotz der Entschädigung schwierig, Helfer zu finden. Von den aktuell sechs Köchinnen und knapp 15 Helferinnen würden zwei Köchinnen bei einer Festanstellung über den Sommer hinaus weiter machen. Weiter habe der Verein nicht die Kapazität und das Know-how, um den gestiegenen Anforderungen im Bereich Mittagstisch gerecht zu werden und die nötigen Standards zu erreichen. Zumal man von der Krabbelgruppe über die Spielgruppe und das Eltern-Kind-Singen bis zum Jugendcafé eine breite Palette an Aktivitäten anbiete, die ebenfalls viel Engagement erforderten.

Mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz ist die Gemeinde verpflichtet, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. «Seit Anfang Jahr laufen deshalb konstruktive Gespräche mit der Gemeinde», so Leuenberger. Sie hofft, dass das Mittagstisch-Angebot für alle Generationen am Dienstag aufrechterhalten werden kann.

Fragebogen wird verschickt

Die Gemeinde selber klärt nun in einem ersten Schritt bei der Bevölkerung ab, welche Bedürfnisse bestehen. Noch diese Woche wird ein entsprechender Fragebogen an alle Haushaltungen zugestellt, wie Gemeindeschreiberin Jessica Oeschger sagt. Alle Altersgruppen können darin ihr Interesse für den bisherigen Mittagstisch am Dienstag bekunden.

Weiter wird ermittelt, ob für Kindergärtler und Primarschüler am Montag und/oder Donnerstag Bedarf für eine Erweiterung des Mittagstisches besteht. Während die Anmeldung bislang wöchentlich erfolgte, soll dies künftig semesterweise der Fall sein. Die Bevölkerung hat nun bis zum 5. April Zeit, um den Fragebogen auszufüllen. Das weitere Vorgehen mache der Gemeinderat dann von den Rückmeldungen aus der Umfrage abhängig, so die Gemeindeschreiberin.