Rheinfelden

Offener Brief an Phlipp Müller geht ungelesen zurück an den Absender

Pièce de résistance: Das rund acht Hektaren grosse Gebiet im Wäberhölzli (rot eingefärbt), das restaufgefüllt werden soll. Archiv

Pièce de résistance: Das rund acht Hektaren grosse Gebiet im Wäberhölzli (rot eingefärbt), das restaufgefüllt werden soll. Archiv

Walter Bender erhält seinen Brief an Philipp Müller ungelesen zurück: Der FDP-Präsident hat den Einschreibebrief nicht abgeholt. Eine Mail oder einen normalen Brief sandte Bender ganz bewusst nicht – was die Ironie der Geschichte ausmacht.

Der offene Brief von Walter Bender an FDP-Präsident Philipp Müller geht ungelesen an den Absender zurück: Müller hat die Annahme des eingeschriebenen Briefes verweigert. «Ich nehme grundsätzlich keine Einschreibebriefe von mir unbekannten Personen entgegen», teilt der Ständerat der az auf Anfrage mit. «Wer mir etwas mitzuteilen hat, kann mir mailen oder einen normalen Brief schreiben.»

Ironie an der Geschichte: Eine Mail oder einen normalen Brief sandte Bender just deshalb nicht, weil er sichergehen wollte, dass Müller den Brief auch liest und er ihn nicht einfach wegwirft. Im Brief geht Bender auf die Vorkommnisse an der letzten Gemeindeversammlung ein. Hier sagte eine klare Mehrheit Nein zur Aushub-Deponie Wäberhölzli. Nach der Abstimmung verliessen rund 180 Deponiegegner vorzeitig den Saal. FDP-Stadtpräsident Christoph von Büren nervte dieses «unanständige Verhalten» und er stellte einen Rückkommensantrag. Dieser kam durch und die Deponie wurde bewilligt. Bender hält das Vorgehen für einen Missbrauch demokratischer Instrumente und regt im Brief an Müller unter anderem eine «Lex von Büren» an. Danach sollen Rückkommensanträge, die ohne Not gestellt werden, nicht mehr zulässig sein.

«Ich habe nicht damit gerechnet, dass Philipp Müller mir persönlich eine Antwort schreibt, aber dass er die Sache zur Kenntnis nimmt und am richtigen Ort auch thematisiert», sagt Bender. Das Verhalten von Müller findet er «befremdend». «Als Ständerat und Parteipräsident hat man auch gewisse Pflichten». Dazu gehöre, die Anliegen der Leute anzuhören und aufzunehmen.

Den Brief will Bender dem FDP-Präsidenten nicht noch einmal zustellen. «Irgendwo hat ein Verhalten auch seine Grenzen.» Müller habe seine Koordinaten. «Wenn ihn die Angelegenheit interessiert, kann er sich bei mir melden.»

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