Möhlin

Offener Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler: Bürgerliche Grossräte sorgen sich um Mittelschulstandort

Bernhard Scholl und Désirée Stutz wenden sich an Bildungsdirektor Alex Hürzeler (v.l.).

Bernhard Scholl und Désirée Stutz wenden sich an Bildungsdirektor Alex Hürzeler (v.l.).

Die beiden bürgerlichen Grossratsmitglieder Bernhard Scholl und Désirée Stutz bitten Bildungsdirektor Alex Hürzeler in einem offenen Brief darum, das Referendum zur Testplanung abzuwarten. Die Unterschriftensammlung ist auf Kurs.

Das Fricktal bekommt bis 2028 eine eigene Mittelschule. Als Standort haben sich neben Frick und Stein auch Möhlin und Rheinfelden mit einem gemeinsamen Standort beim Bahnhof Möhlin beworben. Mit einer Testplanung soll abgeklärt werden, wie das 12,5 Hektare grosse Areal bebaut werden soll. Dies ist die Grundlage für die Weiterentwicklung des Areals – und damit auch für die Mittelschule.

Nur: Während Rheinfelden die Testplanung an der Gemeindeversammlung Anfang September angenommen hat, haben die Möhliner den Kredit mit 133 zu 147 Stimmen abgelehnt. Ist das somit das vorzeitige Aus für den Mittelschulstandort Möhlin/Rheinfelden? Streicht der Kanton den Standort wegen des Neins zur Testplanung aus der Planung?

Planungsentscheid unter fairen Bedingungen zu Ende führen

Dies zumindest befürchten die beiden bürgerlichen Grossratsmitglieder aus Möhlin, Désirée Stutz (SVP) und Bernhard Scholl (FDP), und wenden sich in einem offenen Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP). Die beiden schreiben «aus Sorge, dass der mögliche Standort Rheinfelden/Möhlin vorzeitig ausscheidet aus den Arbeiten für die Umsetzung aufgrund der Ablehnung des Kredits für die Testplanung», halten sie fest.

Ihr Ziel sei es, dass der für das Fricktal wegweisende Planungsentscheid mit allen drei Bewerbern unter fairen Bedingungen zu Ende geführt und damit eine sorgfältige Standortwahl ermöglicht werde. «Dementsprechend bitten wir Sie, eine mögliche Volksabstimmung abzuwarten, soweit das im politischen Prozess möglich ist.»

Die Unterschriftssammlung läuft gut

Mit der Volksabstimmung meinen die beiden Grossräte das Referendum, das nach dem Nein in Möhlin von vier Parteien – CVP, FDP, GLP und SVP – unter dem Label «IG pro Mittelschule Möhlin» ergriffen wurde. «Wir sind überzeugt und setzen alles daran, dass das Referendum zu Stande kommt, damit alle Stimmberechtigten von Möhlin sich dazu äussern können», halten Scholl und Stutz im Brief fest. Mehr noch: «Wir sind auch überzeugt, dass die Testplanung in einer Volksabstimmung gutgeheissen wird, nachdem sich anlässlich einer Bevölkerungsbefragung rund 70 Prozent der Befragten für eine Mittelschule in Rheinfelden/Möhlin ausgesprochen haben.»

Zumindest mit der ersten Prognose – dass das Referendum zu Stande kommt – dürften sie richtig liegen. Die Unterschriftssammlung läuft gut, laut Martin Frana von der FDP sind bereits mehrere hundert Unterschriften zusammengekommen. Benötigt werden rund 680 Unterschriften. Kommt das Referendum zu Stande, wird darüber am 29. November abgestimmt.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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