Wirtschaft

Ökonomen positiv gestimmt: Das Fricktal wächst am stärksten

Die Pharmabranche ist der grösste Wachstumstreiber der Nordwestschweizer Wirtschaft.

Die Pharmabranche ist der grösste Wachstumstreiber der Nordwestschweizer Wirtschaft.

Der Wirtschaftsausblick 2018 der Basler Kantonalbank ist optimistisch.

Trotz der Negativmeldung, dass Roche in Kaiseraugst 235 Stellen abbaut, sieht das Fricktal einer positiven Wirtschaftsentwicklung entgegen. Der Wirtschaftsausblick 2018, den die Basler Kantonalbank (BKB) gestern veröffentlichte, zeigt jedenfalls, «dass die Nordwestschweiz dank der Pharmaindustrie auch im kommenden Jahr zu den dynamischsten Regionen der Schweiz gehört».

Speziell hervorgehoben wird dabei das Fricktal. Es gehe innerhalb der Nordwestschweiz als Wachstumssieger hervor, heisst es im Vorwort des Wirtschaftsausblicks. Untermauert wird dies im Papier der Basler Kantonalbank mit Zahlen. Für das laufende Jahr rechnet die BKB für die ganze Schweiz mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von einem Prozent. Im kommenden Jahr soll das Wachstum gesamtschweizerisch 2,3 Prozent betragen. Für die Nordwestschweiz sehen die Prognosen ein Wachstum von 2,1 Prozent (2017) beziehungsweise 3,5 Prozent (2018) vor. «Die am stärksten wachsende Region ist das Fricktal mit Wachstumsraten von 3,8 Prozent im Jahr 2017 und 5,0 Prozent im Jahr 2018», heisst es im Wirtschaftsausblick.

Wachstumstreiber Pharmaindustrie

Grösster Wachstumstreiber der Region Nordwestschweiz sei und bleibe dabei die Pharmaindustrie. Zwar habe sich das reale Wachstum der Bruttowertschöpfung nach dem enormen Anstieg 2015 wieder normalisiert, die Branche wachse aber weiterhin «sehr robust».

Das Fricktal weist mit über 45 Prozent den grössten Anteil an Pharmaindustrie aller Regionen auf und sollte gemäss der BKB-Prognosen auch künftig davon profitieren. «Die Pharmaindustrie dürfte dank starker Innovationsfähigkeit im Jahr 2017 um 4,9 Prozent wachsen und in den kommenden Jahren sogar noch an Dynamik gewinnen», heisst es im Wirtschaftsausblick. Gründe dafür seien etwa das weltweite Bevölkerungswachstum und der steigende Wohlstand in den Schwellenländern.

Die Exporte der Pharmaindustrie seien nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses «deutlich dynamischer gewachsen» als in anderen Branchen. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres sei es nun zu einer Konsolidierung auf hohem Niveau gekommen, so die BKB-Experten. «Auch im zweiten Halbjahr 2017 und im Jahr 2018 stimmen die Perspektiven dank besserer Rahmenbedingungen optimistisch.»

Branchenspezifische Unterschiede

Nicht für alle Branchen sind die Prognosen im Wirtschaftsausblick für die Nordwestschweiz gleich positiv. Die eng mit der Pharmaindustrie verknüpften Wirtschaftszweige Forschung und Entwicklung sollten ebenso wachsen wie das Gesundheitswesen, dem die Experten ein «schwungvolles Wachstum» voraussagen.

Bei der chemischen Industrie dürfte sich dagegen die Besserung noch verzögern. Für 2017 geht die Studie von einer rückläufigen realen Bruttowertschöpfung von 3,7 Prozent aus. Gleiches gilt für das Baugewerbe. Aber: «Aufgrund der positiven Entwicklung der Baubewilligungen ist in den kommenden Jahren davon auszugehen, dass das Baugewerbe wieder expandieren wird.» Der Handel sei von der Konsumverlagerung ins nahe Ausland betroffen. Sowohl Gross- als auch Detailhandel sollten aber 2018 an Dynamik gewinnen und diese beibehalten können, da die Rahmenbedingungen passen.

Zu diesen positiven Rahmenbedingungen gehört eine sinkende Arbeitslosenquote. Zwar ist im BKB-Papier festgehalten, dass das gesunde BIP-Wachstum der Region sich noch nicht auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt habe. Die Arbeitslosenquote sinke zwar seit Anfang 2017, liege aber immer noch über dem Wert von 2015 und liege damit auf dem Niveau der gesamten Schweiz. «2018 darf dann dank der breit abgestützten schwungvollen Wirtschaftsentwicklung aber von einem Anstieg der Beschäftigung ausgegangen werden, der über dem Schweizer Durchschnitt liegt», heisst es im Wirtschaftsausblick.

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