Gipf-Oberfrick
Oberstufen-Fusion mit Frick: Lehrer wehren sich für ihre Schule

Lehrer und Schulleiter von der Oberstufe Gipf-Oberfrick halten nichts vom geplanten Zusammenschluss mit der Oberstufe von Frick. Sie wollen sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt ihrer Oberstufe einsetzen.

Thomas Wehrli
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Schulleitung und Oberstufen-Lehrer in Gipf-Oberfrick teilen ihre Meinung nicht. (Symbolbild)

Schulleitung und Oberstufen-Lehrer in Gipf-Oberfrick teilen ihre Meinung nicht. (Symbolbild)

az-Archiv

Frick und Gipf-Oberfrick wollen ihre Oberstufen zusammenlegen. Die neue Schule heisst «Fricktal Süd» und wird von der Gemeinde Frick geführt. Gipf-Oberfrick bleibt als Schulstandort erhalten, Frick mietet dafür das Regos-Schulhaus von Gipf-Oberfrick. Soweit die Pläne der beiden Gemeinderäte und Schulpflegen (wir berichteten).

Gegen diese Zusammenarbeit formiert sich nun Widerstand: Die Lehrer der Oberstufe Gipf-Oberfrick wollen sich «mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die Oberstufe Gipf-Oberfrick erhalten bleibt», teilen sie in einem Communiqué mit. Der geplante Zusammenschluss sei «schlecht für die Schüler, für das Dorf Gipf-Oberfrick und für die angeschlossenen Verbandsgemeinden Wittnau, Wölflinswil und Oberhof».

Auf Nachfrage erklärt Oberstufenlehrerin Corinne Ackle-Damian, dass die Lehrerschaft «geschlossen hinter dem Protest» stehe. Aktuell arbeiten 25 Lehrpersonen an der dortigen Oberstufe. Es könne nicht angehen, dass die Gemeinde ihre «überdurchschnittlich gute Oberstufe» einfach so aufgebe und in die Schule Frick integriere, so Ackle. Mehr könne sie dazu im Moment nicht sagen. «Das weitere Vorgehen werden wir im Laufe der Woche besprechen.»

Wenig abgewinnen kann der Übernahme auch der Gipf-Oberfricker Gesamtschulleiter Philipp Fischer, der der Schule seit zwei Jahren vorsteht. Ihn betrifft der geplante Zusammenschluss direkt, da Gipf-Oberfrick danach nur noch einen Schulleiter für die Primarschule benötigt. Fischer ist überzeugt, dass «der Schülerkuchen gross genug ist, dass beide Oberstufen eigenständig bleiben können».

Lehrer waren nicht involviert

Dem widerspricht Gemeindeammann Regine Leutwyler. Die Zahl der Real- und Sekundarschüler sei rückläufig, man könne bereits heute nicht mehr alle Klassenzüge einzeln führen. «Wir benötigten bereits zum zweiten Mal eine Ausnahmebewilligung vom Kanton», verdeutlicht Leutwyler. Handle man nicht jetzt, schliesse der Kanton in einigen Jahren die Oberstufe, «und dann haben wir gar nichts mehr – ausser einem leeren Schulhaus». Mit der vorgeschlagenen Lösung bleibe der Standort erhalten «und ich werde mich für unsere Lehrer einsetzen». Die Umsetzungsdetails seien noch nicht festgelegt, dies erfolge ab Juni.

Was Fischer besonders stört, ist, dass der Lehrkörper am Prozess nicht partizipieren konnte und vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. «Es gibt auch andere Varianten», ist er überzeugt. Es könne nicht sein, dass man eine Schule, die bei der Schulevaluation beste Noten erziele, rein aus Kostengründen aufgebe. «Wenn die Finanzen allein die Pädagogik steuern, sind wir definitiv auf dem falschen Weg.» Zudem: Sobald Frick ein neues Schulhaus brauche, steige auch dort das Schulgeld.

Die Schuldgeldfrage war auch ein Mitauslöser für die Gespräche zwischen den beiden Gemeinden. Denn die Gemeinde Wittnau, eine der vier Verbandsgemeinden, sondierte damals in Frick, ob die Schüler allenfalls auch dort die Oberstufe besuchen könnten – aus Kostengründen. Das war 2013. Seither prüfte eine Arbeitsgruppe mehrere Varianten und schlug das nun gewählte Modell «Zusammenlegung» vor.

Fischer hofft – wie die Oberstufenlehrer auch –, eine Diskussion anstossen zu können, damit der Souverän den Entscheid noch kehrt. Stellung nehmen kann das Volk vermutlich im Herbst, wenn an der Gemeindeversammlung über die Auflösung der Regos-Verträge mit den umliegenden Gemeinden befunden wird.

Gespräch mit Lehrern

Mit Widerstand vonseiten der Lehrer hat Leutwyler gerechnet. Das deutete sich bereits vor einer Woche an, als die Lehrer vorab über den Beschluss informiert wurden. Sie nehme die Bedenken ernst, betont Leutwyler. Deshalb werde sie heute Dienstag zusammen mit Schulpflegepräsidentin Monica Consoni auch das Gespräch mit den Lehrern suchen und ihre Anliegen entgegennehmen. Allerdings sagt Leutwyler auch: «Wenn wir nichts machen, verlieren wird den Standort.»

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