Der Auftrag, den der Gemeinderat von Gipf-Oberfrick gefasst hat, ist klar: Er muss auf Schülersuche gehen. Die Gemeindeversammlung hat den Antrag der IG «Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick», die Schule müsse eigenständig bleiben und der Gemeinderat habe Gespräche mit umliegenden Gemeinden zu führen, klar angenommen.

Immer wieder nennen IG-Vertreter dabei drei Gemeinden, bei denen der Gemeinderat doch anklopfen möge: Eiken, Münchwilen und Herznach. Die ersten beiden Gemeinden brauchen auf das Schuljahr 2019/20 eine neue Lösung, da auf diesen Zeitpunkt hin die Kreisschule Eiken-Münchwilen-Stein aufgelöst wird. Herznach nennen die IG-Vertreter, weil die Gemeinde bereits heute vereinzelt Oberstufenschüler nach Gipf-Oberfrick schickt; der Grossteil geht allerdings in Frick zu Schule.

Doch: Haben die drei Gemeinden überhaupt Interesse daran, ihre Oberstufenschüler nach Gipf-Oberfrick zu schicken? Die Antwort ist ernüchternd: Eher nicht, sagen alle.

Am deutlichsten tut es Willy Schürch, Ammann von Münchwilen. Die Oberstufe Gipf-Oberfrick sei bislang kein Thema gewesen, sagt er. «Es kam auch niemand auf uns zu.» Für ihn ist Frick die logische Lösung, schliesslich sei die Gemeinde einfacher zu erreichen «und auch unsere Bezirksschüler gehen in Frick zur Schule». So habe er auch an der letzten Gemeindeversammlung informiert.

Könnte die Gemeinde etwas umstimmen? Zum Beispiel ein tieferes Schulgeld als in Frick? Schürch schüttelt den Kopf. «Eher weniger», sagt er dann. «Denn es geht nicht immer nur ums Geld. In diesem Fall geht es um das Wohl der Schüler. Das muss zuoberst stehen.»
Auch für Markus Zwahlen, Gemeinderat von Eiken, ist ein Anschluss an Gipf-Oberfrick aktuell kein Thema. Man habe mit Frick verhandelt und vereinbart, dass die Eiker ab 2019 die Oberstufe in Frick besuchen können. «Als wir auf der Suche nach einer Lösung waren, spürten wir nicht, dass Gipf-Oberfrick Schüler sucht», sagt er.

Einzelfall-Lösungen denkbar

Natürlich sei man gesprächsbereit, wenn Gipf-Oberfrick das Gespräch suche, sagt Zwahlen, hält aber gleichzeitig fest: «Ein anderer Schulstandort als Frick müsste vom Souverän bewilligt werden.» Denn erst letzte Woche hat die Gemeindeversammlung der Auflösung des Schulverbandes zugestimmt – und dabei auch explizit «die Beschulung der Oberstufenschüler aus Eiken in Frick» genehmigt.

Zwahlen ist wichtig, dass Eiken eine langfristige Lösung für seine Oberstufenschüler hat. Diese sei mit Frick sicher gegeben.

Anders sieht es für Zwahlen aus, wenn es um Einzelfall-Lösungen geht, wenn zum Beispiel ein Schüler aus pädagogischen Gründen besser in Gipf-Oberfrick als in Frick aufgehoben wäre. «Das kann man anschauen», so Zwahlen, betont aber gleichzeitig: «Hier ist wichtig, dass wir alle gleich behandeln.» Will heissen: Es braucht für ihn stichhaltige Gründe, um eine Sonderlösung zu treffen.

Herznach hat diese Sonderlösung bereits. Rund zehn Schüler besuchen die Oberstufe in Gipf-Oberfrick, der Rest in Frick. Dies habe primär geografische, vereinzelt pädagogische Gründe, sagt Ammann Thomas Treyer. «Vom Kornberg ist der Schulweg nach Gipf-Oberfrick einfacher als jener nach Frick.» Mit dem Deal ist die Gemeinde zufrieden und hofft, diese Kooperation fortsetzen zu können.

Einen generellen Wechsel nach Frick will Treyer nicht per se ausschliessen, sagt aber auch: «Wir schicken unsere Schüler seit vielen Jahren nach Frick.» Zwar habe man keinen Vertrag – Frick schliesst mit den Gemeinden keine Schulverträge ab –, «doch einen Wechsel würden wir zuerst mit Frick besprechen». Logisch wäre es seiner Ansicht nach nicht, wenn die Schüler am Fricker Schulhaus vorbeifahren, um in Gipf-Oberfrick zur Schule zu gehen. Auf jeden Fall müssten es «sehr gute Gründe» sein, um einen Wechsel ins Auge zu fassen.