Denkmalschutz
Obermumpfer Pfarrhaus wurde denkmalgerecht renoviert

Die Renovierungsarbeiten am historischen Pfarrhaus in Obermumpf sind bald abgeschlossen. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, musste die Renovation bestimmte Kriterien erfüllen.

James Shutt
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Imposante Wirkung dank neuem Anstrich und neuen Fenstern. jsh

Imposante Wirkung dank neuem Anstrich und neuen Fenstern. jsh

Da die christkatholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Obermumpf und das direkt benachbarte Pfarrhaus unter Denkmalschutz stehen, waren neben Architekten und Bauherren auch Vertreter der Kantonalen Denkmalpflege in die Renovation involviert.

Die Renovierungsarbeiten begannen im Frühjahr 2011 und können Ende Oktober abgeschlossen werden. «Die Kosten für die Renovation belaufen sich auf etwa 180000 Franken», sagt der Kantonale Denkmalpfleger, Reto Nussbaumer. Das offizielle Einweihungsfest wird am nächsten Sonntag, 30.Oktober, um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst im neu renovierten Pfarrhaus beginnen.

Drainage und Wärmedämmung

Die Renovation steht unter dem Motto «Altes bewahren, Neues ermöglichen». Das historische Bruchsteinmauerwerk des Pfarrhauses litt lange unter Feuchtigkeitsproblemen, die dank einer neuen Drainage und der Abnahme des Zementverputzes verringert wurden. «Die seltene Holzlaube ist restauriert, die Ziegeldeckung teilweise ersetzt und das Dachwerk statisch gesichert», erklärt Architekt Urs Meyer von der Buser und Partner AG.

Zur imposanten Wirkung des Pfarrhofes trägt der neue Anstrich bei. Ausserdem wurden neue, zum Gebäude passende Holzfenster eingebaut, die einen guten Wärmedämmwert haben. Das Dach wurde nicht ausgebaut, sodass die ruhige Dachfläche weiterhin mit dem Kirchendach zusammenspielt. Eine wärmetechnische Verbesserung wurde durch die Dämmung des Estrichbodens erreicht.

Im Innern wurde die Wohnung im Erdgeschoss, die sich durch ihre erhaltene historische Oberfläche auszeichnet, denkmalgerecht instand gesetzt. Der Keller, in dem ursprünglich der Wein-Zehnten gelagert wurde, wurde neu als Festsaal nutzbar gemacht. Seine erste Bewährungsprobe wird er beim Einweihungsfest am 30.Oktober haben.

Geschichtlicher Hintergrund

Pfarrhaus und Kirche bilden in Obermumpf eine historisch und ortsbaulich bedeutende Bautengruppe, die sich auch durch ihre reizvolle Lage am Hang auszeichnet. «Das Pfarrhaus wurde nach der Kirche erbaut, welche 1302 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde», sagt Isabel Haupt, stellvertretende Denkmalpflegerin des Kantons Aargau. «Das Baudatum des Pfarrhauses konnte aufgrund der Jahresringe im Holz der Deckenbalken im Keller auf das Jahr 1478 festgelegt werden», erklärt Haupt. Das Pfarrhaus selber wurde 1563 erstmals schriftlich erwähnt, dazu gehörten Hof, Garten und Scheune. Das Gebäude wurde 1685 bis 1694 Richtung Süden erweitert und an der Ostfassade wurde eine erste Laube mit Abtritten errichtet, welche 1738 durch die heute bestehende Laube ersetzt wurde. «Diese Abtrittslaube stellte für ihre Zeit eine ausgesprochen komfortable Hygieneeinrichtung dar und hat einen grossen Seltenheitswert», sagt Haupt.

Das 1947 in Privatbesitz gelangte Pfarrhaus wurde 1979 von der christkatholischen Kirchgemeinde erworben und 2006 aufgrund seiner historischen und typologischen Bedeutung unter kantonalen Schutz gestellt.

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