Dem Wettbewerb der Aargauer Kirschenproduzenten stellten sich 23 Teilnehmer, die allesamt in der vergangenen Woche, kurz vor Erntebeginn von zwei Experten vom Verband Aargauer Obstproduzenten besucht wurden. Bei der Bewertung wurden Fruchtbehang, Fruchtgrösse, Qualitätsbeurteilung und Gesamteindruck am höchsten gewichtet.

Der Frühling war eine echte Herausforderung

Die Preisübergabe erfolgte am Sonntagnachmittag im Rahmen des Fricktaler Chriesifestes in Bözen vor Hunderten von Zuschauern. Experte Franz Freiermuth betonte, dass der Frühling und Vorsommer 2016 für die Kirschenproduzenten eine echte Herausforderung war.

Anfang April ging es los mit der Blüte, die sich dann über den ganzen April bis in die ersten Maitage hinaus zog. «Ende April hatten wir eine Wetterlage mit polarer Kaltluft, wie wir sie den ganzen Winter nie hatten», so Freiermuth. Während einigen Frostnächten mit tiefen Minus-Temperaturen bangten die Kirschenproduzenten um die Ernte.

Schwierige Wetterverhältnisse

Nach den starken Regenfällen in den letzten Wochen sei die Ausgangslage nicht besser geworden. Der Dauerregen hinterlasse Spuren und auch bei witterungsgeschützten Kirschenanlagen gebe es bei den derzeit reifenden Sorten Schäden. Optimistisch erwarten die Kirschenbauern dieses Jahr in allen Anbaugebieten der Schweiz einen mittleren Ertrag um die 2000 Tonnen Tafelkirschen – ein Wert, der leicht unter der Vorjahresernte liegt. Knapp jede zweite Tafelkirsche wird in den Nordwestschweizer Kantonen Aargau, Baselland und Solothurn geerntet.

Besonders gut Kirschenessen ist dieses Jahr bei Hansruedi und Zita Burkart in Obermumpf. Sie erreichten das Spitzenresultat. Somit geht der Spitzenplatz für Aargauer Kirschen wiederum ins Fricktal. Nachdem das beste Aargauer Chriesi im Vorjahr aus dem Freiamt kam, holte die Familie Burkart den begehrten Preis wiederum ins Chriesiland Fricktal zurück. Hinter Zita und Hansruedi Burkart holten 16 weitere Kirschenproduzenten eine Goldmedaille –  zehn von ihnen stammen aus dem Fricktal.

Obstproduzenten zu Höchstleistungen anspornen

Ziel des wiederkehrenden Wettbewerbs vom Verband Aargauer Obstproduzenten ist es, die Produzenten zu Höchstleistungen anzuspornen. Die moderne Kirschenanlage von Hansruedi und Zita Burkart ist witterungsgeschützt gegen Hagel und Regen sowie mit Netzen gegen Vögel und gegen den neuen aggressiven Schädling Kirschessigfliege und zeigt sich zu Beginn der Ernte in einem hervorragenden Zustand.

Die anstehende, rund sechs Wochen dauernde, gute Kirschenernte sei der Lohn für die Investition in den kapitalintensiven modernen Kirschenanbau, sagte Betriebsleiter Hansruedi Burkart, der auf einer Hektare Kirschen produziert. (AZ)