Obermumpf
Grünes Licht für 5G-Antenne der Swisscom – trotz 168 Einwendungen

2019 sorgte ein Vorhaben der Mobilfunkanbieterin in Obermumpf für Aufruhr: Auf einem Gebäude in der Industriezone am Dorfeingang sollte eine 5G-Antenne gebaut werden. Im Dorf weckte das heftigen Widerstand. Nun hat der Gemeinderat die Baubewilligung erteilt.

Nadine Böni
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Gegen den Bau einer 5G-Antenne ging beim Gemeinderat von Obermumpf eine Petition mit über 800 Unterschriften ein.

Gegen den Bau einer 5G-Antenne ging beim Gemeinderat von Obermumpf eine Petition mit über 800 Unterschriften ein.

Martial Trezzini/ Keystone

Es waren für Obermumpf bis dahin ungekannte Dimensionen des Widerstands: Eine Petition mit über 800 Unterschriften – davon rund die Hälfte von Einwohnerinnen und Einwohnern – ging 2019 bei der Verwaltung ein. Hinzu kamen 168 Einwendungen. Auslöser war das Vorhaben des Mobilfunkanbieters Swisscom, auf einem Gebäude in der Industriezone eingangs Dorf eine Mobilfunkanlage zu bauen.

Nun hat der Gemeinderat die Baubewilligung für das Vorhaben erteilt. Das geht aus einer Publikation im Amtsblatt hervor. Die Einwendungen würden abgewiesen, soweit darauf überhaupt einzutreten sei, heisst es darin. Gemeindeschreiber Marco Treier sagt:

«Gemäss den geltenden Verordnungen ist das Baugesuch bewilligungsfähig. Eine Ablehnung oder Sistierung aus politischen Gründen ist nicht möglich.»

Mit der Baubewilligung verknüpft sind allerdings mehrere Auflagen seitens des Kantons. So hat die Swisscom auf ihre Kosten unter anderem eine Abnahmemessung bei Orten mit empfindlicher Nutzung vornehmen zu lassen. «Ergibt die Messung, dass die Grenzwerte nicht eingehalten sind, dann ist die Anlage unverzüglich so anzupassen, dass die Grenzwerte nach der rechtsgültigen Messempfehlung des Bundesamts für Umwelt eingehalten werden», heisst es in der Bewilligung weiter.

Einwender wollen Beschwerde prüfen

Gegen den Entscheid des Gemeinderats kann Beschwerde beim Regierungsrat geführt werden. Die Initianten wollen diesen Schritt nun zumindest prüfen. Das sagt Hansjörg Benz, Vertreter der Gruppe. Ein Entscheid soll diese Woche fallen. Klar ist:

«Wir sind enttäuscht über den Entscheid und das Vorgehen des Gemeinderats, sowohl was den Entscheid selbst als auch was dessen Kommunikation angeht.»

Die Gruppe hätte sich gewünscht, dass sich der Gemeinderat ein Vorbild an den Amtskollegen in Eiken nimmt. Der dortige Gemeinderat hatte ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne abgelehnt – es aber auf Anweisung des Regierungsrats letztlich doch bewilligen müssen. «Ein ähnliches Vorgehen in Obermumpf hätte Bürgernähe gezeigt. Diese vermissen wir bei diesem Entscheid», sagt Benz.

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