Oberhof
Diese zwei Punkte am Himmel zeigen, wie der Windpark aussehen soll ‒ die Projekt-Gegner toben

Noch bis am 25. Mai liegen die Unterlagen zum geplanten Windpark Burg über Oberhof und Kienberg (SO) öffentlich auf. Statt einer klassischen Profilierung wurden die Windräder am Wochenende mit beleuchteten Drohnen optisch dargestellt. Für die Gegner des Windparks ist das ein Affront.

Nadine Böni
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Mit Scheinwerfern ausgestattete Drohnen zeigen an, wie gross die geplanten Windräder werden sollen.

Mit Scheinwerfern ausgestattete Drohnen zeigen an, wie gross die geplanten Windräder werden sollen.

Bild: zvg

Noch vor einer Woche war es zu trüb am Himmel über Oberhof und Kienberg (SO). Die geplanten Drohnenflüge zur Profilierung des Windparks Burg mussten abgebrochen werden. Am Sonntag nun hat es geklappt: Mit Scheinwerfern ausgerüstete Drohnen flogen die Position und Höhe jedes Mastes ab und verharrten jeweils rund zwei Minuten auf der Gesamthöhe (150 Meter) und der Nabenhöhe (104 Meter) der Windräder.

Corinne von Wyl-Tschudin, Projektmanagerin bei der «vento ludens Suisse GmbH», hat die Flüge selbst in Kienberg beobachtet und sagt: «Ich habe die Drohnen und die Lichter gut gesehen.» Sie habe ausserdem bereits mehrere Rückmeldungen erhalten – «insbesondere zur Sichtbarkeit: Dass man die Lichtpunkte auch an anderen Orten in Kienberg und auch in Oberhof oder Wölflinswil gut sehen konnte.»

Gegner sprechen von «Affront»

Ganz anders sieht man das bei den Gegnern des Projekts. Werner Habermacher, Präsident des Vereins Pro Burg, spricht von einer «Pseudoprofilierung» und einem «Affront gegenüber der Bevölkerung». Er sei am Sonntag auf einer Wanderung im Gebiet Strie gewesen und habe nach den Drohnen Ausschau gehalten. Vergeblich: «Ich konnte sie nicht sehen.»

Mehrere Bekannte, die den Flug im Dorf verfolgten, hätten ihm gegenüber bestätigt, dass die Lichter nur schwer zu erkennen gewesen seien. Habermacher:

«Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde dieses Vorgehen akzeptiert. Die Drohnen haben keineswegs gezeigt, wie der Windpark die Landschaft verändern wird.»

Er kündigt an, eine Einsprache gegen das Vorgehen einreichen zu wollen. Bekannt ist bereits, dass der Verein «Pro Burg» eine Sammeleinsprache plant. «Wir bereiten diese derzeit vor und werden sie fristgerecht einreichen», so Habermacher.

Die Auflage läuft noch bis am 25. Mai. Da es sich um drei Verfahren handelt, ist je eine separate Einwendung möglich. Bis jetzt sind laut Gemeindeschreiberin Martina Schütz fünf Einwendungen von zwei Personen eingegangen.

Gemeindeammann zieht positives Fazit

Der Gemeinderat hatte die Erleichterungen bezüglich der Profilierung beschlossen. Ein Windrad in seinen ganzen Dimensionen aus Holzlatten zu konstruieren, sei schwierig, argumentiert Gemeindeammann Roger Fricker. Er hat die Flüge am Nachmittag ebenfalls beobachtet und befindet:

«Die Lichter waren gut zu erkennen und haben die Dimensionen der geplanten Windräder aufgezeigt. Ich halte das Vorgehen in diesem Fall daher für eine adäquate Alternative zur klassischen Profilierung.»

Auch die Befürworter des Windparks, die Gruppe «Ja zum Windpark Burg», ziehen ein positives Fazit. «Die Drohnen haben aufgezeigt, wie weit die Windräder aus dem Wald ragen und inwiefern sie von verschiedenen Standorten aus zu sehen sein werden», sagt Susanne Sommerhalder. Sie finde es lediglich schade, dass die Flüge nur an einem Tag durchgeführt werden.

Corinne von Wyl verweist diesbezüglich auf die weiteren Massnahmen. An verschiedenen Standorten wurden Visualisierungen als Poster mit weiteren Informationen zum Windpark-Projekt aufgestellt. Vor Ort seien jeweils zudem die Kran-Stellfläche sowie der Turmdurchmesser mit kurzen Holzpflöcken profiliert und es stehe ein zehn Meter hohes Bauprofil in der Mitte des ausgesteckten Turmdurchmessers, sagt von Wyl.