Oberhof
Ausstellungsräume mit speziellem Charme: Ein früherer Heuboden soll zum Kunstraum werden

André Götz aus Oberhof ist noch relativ neu in der Fricktaler Künstlerszene. Und doch weiss auch er schon um die Probleme, die Kunstschaffende in der Region plagen – Räume zu finden, in denen man die Öffentlichkeit von der Qualität seiner Arbeiten überzeugen kann zum Beispiel. Jetzt lanciert er ein Projekt, das helfen soll.

Hans Christof Wagner
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André Götz will den Heuboden in seinem Wohnhaus in Oberhof auch für andere Künstler öffnen.

André Götz will den Heuboden in seinem Wohnhaus in Oberhof auch für andere Künstler öffnen.

hcw (10. September 2021)

Irgendwann steht jeder Künstler vor diesem Moment: Zum ersten Mal mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit treten. Sich dem Urteil anderer stellen. Nicht wissend, wie man «draussen» ankommt – bei Künstlerkollegen und einem breiteren Publikum.

André Götz erlebt diesen Moment gerade – seit Freitag läuft seine Ausstellung – es ist die erste, seit er sich 2016 entschloss, den künstlerischen Weg einzuschlagen. Über seine Gemütslage sagt er:

«Ich bin gespannt, freue mich über jeden, der kommt, und das Feedback, das ich hoffentlich bekommen werde.»

Götz ist in der komfortablen Lage, seine mit Acryl- und Ölfarben erstellten Bilder zu Hause ausstellen zu können – dort, wo er auch wohnt. Dazu hat er den früheren Heuboden der Liegenschaft ausgebaut. Den speziellen Charakter hat er dabei bewahrt: unisoliert und die alte Struktur aus der landwirtschaftlichen Nutzung noch bewusst sichtbar.

Profi-Galerien für Hobbykünstler unerreichbar

Diesen Kunstraum will er aber nicht nur allein nutzen. «Ich kann ihn mit meinen ein bis zwei Ausstellungen pro Jahr längst nicht umfassend nutzen», sagt er. Seine Idee: Den Raum anderen Künstlern für Ausstellungen zur Verfügung stellen. Götz weiss aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, einen Raum für Ausstellungen zu bekommen. Professionelle Galerien hätten an Hobbykünstlern kein Interesse. Und auch in Praxen, Beizen oder öffentlichen Räumen zu landen, sei oft schwierig, gerade für solche, die noch keinen grossen Namen hätten.

Götz umreisst seine Motivation so: «Ich möchte Leben ins Haus bringen und mit anderen Künstlern in Austausch treten.» Nur im stillen Kämmerlein zu arbeiten, sei seine Sache nicht. Und noch etwas hat er in den fünf Jahren Künstlerdasein schon gelernt:

«Sich gegenseitig zu helfen und sich zu inspirieren, liegt mir sehr am Herzen. Denn wir Künstler haben doch alle die gleichen Ängste und Sorgen.»

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