Oberhof
Aargauerin an erster europäischer Informatik-Olympiade für junge Frauen auf Medaillenjagd

Rund 160 Teilnehmerinnen aus 43 Ländern werden an der allerersten «European Girls’ Olympiad in Informatics» um die Wette programmieren. Mit dabei ist auch die Oberhoferin Priska Steinebrunner, die national schon eine Medaille holen konnte.

Merken
Drucken
Teilen
Der Lösung des Rätsels auf der Spur: Priska Steinebrunner holte an der nationalen Informatik-Olympiade die Silbermedaille.

Der Lösung des Rätsels auf der Spur: Priska Steinebrunner holte an der nationalen Informatik-Olympiade die Silbermedaille.

Bild: zvg /
«Informatik-Olympiade»

Frauen sind im Bereich Informatik untervertreten. So sind beispielsweise weniger als 15 Prozent der Teilnehmenden an einer Schweizer Informatik-Olympiade weiblich. Um dies nun zu ändern wurde durch eine Gruppe junger Menschen aus dem Umfeld der Informatik-Olympiade und der ETH Zürich die sogenannte «European Girls’ Olympiad in Informatics» (EGOI) ins Leben gerufen. Das teilten die Organisatoren am Montag mit.

Vom 13. bis 19. Juni werden rund 160 Teilnehmerinnen aus 43 Ländern an der vollständig virtuellen Veranstaltung teilnehmen. Diese mussten sich durch gute Leistungen in den jeweiligen nationalen Informatik-Olympiaden für die EGOI qualifizieren. Neben den 31 europäischen Delegationen sind auch 12 Gastländer dabei, wie etwa Japan oder Kanada.

Während zwei fünfstündigen Prüfungen müssen die Teilnehmenden dann drei bis vier Aufgaben mit selbst entwickelten Algorithmen lösen. Wer dabei besonders viel logisches Denken und Kreativität zeige, so heisst es von den Organisatoren, gewinne Gold-, Silber oder Bronzemedaillen.

Bis es die Informatik-Olympiade für Frauen nicht mehr braucht

Eine, die sich Hoffnungen machen darf, ist die Oberhoferin Priska Steinebrunner. Die 18-jährige Aargauerin besucht die Alte Kantonsschule Aarau und ist eine von vier Schweizer Teilnehmerinnen. Dass sie weiss, wie man erfolgreich mit Zahlen und Codes jongliert, hat sie bereits bewiesen: Bei der nationalen Informatik-Olympiade holte sie dieses Jahr die Silbermedaille. Damit qualifizierte sie sich sogar für die Zentraleuropäische Informatik-Olympiade, die im September in Kroatien ausgetragen wird.

«Es ist zwar ein Wettbewerb – aber die Person, gegen die man antritt, ist man selbst», sagte Priska Steinebrunner im Mai im Gespräch mit der AZ. Dass sie an der EGOI teilnehmen darf, freut sie besonders. Solche Anlässe brauche es, damit es jungen Frauen leichter falle, ihr Talent und ihre Leidenschaft für das Programmieren zu entdecken, sagt sie.

Die Eröffnungszeremonie am 14. Juni sowie die Resultatsverkündung am 19. Juni werden jeweils ab 10 Uhr live im Internet übertragen. Nach 2021 soll der Wettbewerb jedes Jahr in einem anderen Gastland ausgetragen werden, um eine nachhaltige Wirkung über die Schweiz hinaus zu erzielen. Organisator Benjamin Schmid erklärt: «Das Ziel der EGOI ist es, dass es sie irgendwann nicht mehr braucht.» (phh)