Oberhof
Sie jongliert mit Zahlen und Codes: Diese 18-Jährige programmiert sich zur Informatik-Olympiade in Kroatien

Kantonsschülerin Priska Steinebrunner ergatterte sich an der nationalen Informatik-Olympiade die Silbermedaille. Auf Medaillen kommt es ihr aber nicht an. Viel wichtiger sind ihr der Spass an kniffligen Aufgaben – und: ihre eigenen Fähigkeiten stetig zu verbessern.

Dennis Kalt
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Der Lösung des Rätsels auf der Spur: Priska Steinebrunner holte an der nationalen Informatik-Olympiade die Silbermedaille.

Der Lösung des Rätsels auf der Spur: Priska Steinebrunner holte an der nationalen Informatik-Olympiade die Silbermedaille.

Bild: zvg /
«Informatik-Olympiade»

Sie jongliert mit Algorithmen und löst Programmierrätsel mit Logik und Kreativität. Priska Steinebrunner, 18, aus Oberhof, ergatterte sich im Finale der nationalen Informatik-Olympiade, die an den beiden vergangenen Wochenenden in Bern und Zürich stattfand, die Silbermedaille. Zuvor behauptete sie sich in zwei Runden in einem Feld mit über 100 anderen Programmierern und sicherte sich einen Platz im Feld der 15 besten.

Affinität durch Pflichtfach Informatik entdeckt

Mit ihrer Silbermedaille qualifizierte sich die Kantonsschülerin für die Zentraleuropäische Informatik-Olympiade, die im September in Kroatien ausgetragen wird. Für Steinebrunner, die sich bereits an der nationalen Olympiade im letzten Jahr zu Bronze programmieren konnte, wird der Wettbewerb in Kroatien ihr erster internationaler sein. Sie sagt:

Priska Steinebrunner

Priska Steinebrunner

Bild: zvg/«Informatik-Olympiade»
«Darüber habe ich mich riesig gefreut. Es hat allerdings ein wenig gedauert, bis ich es begriffen habe.»

Ein konkretes Ziel – ausser Spass zu haben – habe sie sich für den internationalen Wettbewerb nicht vorgenommen. «Ich mache das nicht, weil ich eine Medaillen-Jägerin bin, sondern weil es mir Spass macht, knifflige Probleme zu lösen und an den Aufgaben zu wachsen», sagt sie bescheiden.

Druck an den Wettbewerben sei zwar vorhanden, nicht jedoch, weil sie andere übertrumpfen müsse. Der Druck käme durch die Erwartungen, die man an sich selbst habe und die auf Dauer grösser werden. Sie sagt:

«Es ist zwar ein Wettbewerb – aber die Person, gegen die man antritt, ist man selbst.»

Ihre Affinität für das Programmieren entdeckte Steinebrunner erst mit dem Wechsel auf die Kantonsschule mit dem Pflichtfach Informatik. Ihr Informatik-Lehrer meldete die Klasse für den «Informatik Biber» – einen Wettbewerb, in dem logische Rätsel gelöst werden müssen – an. Weil Steinebrunner im Wettbewerb hervorragend abschnitt, ermutigte sie ihr Lehrer, bei der Informatik-Olympiade mitzumachen.

Je mehr Steinebrunner sich mit dem Programmieren beschäftigte, desto spannender wurde es für sie. «Wenn mir damals in der Bezirksschule jemand gesagt hätte, dass mein Ziel einst wäre, Informatik studieren zu wollen, hätte ich ihm den Vogel gezeigt», sagt sie lachend.

Noch immer eine Männerdomäne

Dies mag wohl auch dran liegen, dass der Frauenanteil in IT-Berufen in der Schweiz bei unter 20 Prozent liege und das Stereotyp, Programmieren sei doch eher etwas für Jungs, vorherrsche. Steinebrunner sagt denn auch:

«Für Mädchen ist der Schritt zum Programmieren viel schwieriger als für Jungs.»

Umso grösser ist ihre Freude, dass mit der «European Girls’ Olympiad in Informatics» ein Programmierwettbewerb für junge Frauen ins Leben gerufen wurde, an dem sie im Juni in Zürich auch selbst teilnehmen wird. Solche Anlässe brauche es, damit es jungen Frauen leichter falle, ihr Talent und ihre Leidenschaft für das Programmieren zu entdecken, sagt sie.