Oberes Fricktal
«Es kommt zusammen, was zusammen gehört» – Herznach und Ueken geben Details zur Fusion bekannt

Die Ueker Elektra bleibt, das Gemeindehaus kommt nach Herznach und beide heutigen Motive sind im neuen Wappen enthalten: Der Ueker und der Herznacher Gemeinderat informierten über Details zur geplanten Fusion.

Peter Schütz
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Herznach und Ueken wollen ab 2023 gemeinsam in die Zukunft gehen.

Herznach und Ueken wollen ab 2023 gemeinsam in die Zukunft gehen.

Gerry Thoenen (24. Juni 2015)

Die Fusion der Gemeinden Herznach und Ueken rückt näher. An einer Informations­veranstaltung am Dienstagabend erfuhr die Bevölkerung, die gemäss einer Umfrage mehrheitlich hinter dem Projekt steht, Details des Fusionsberichts und -vertrags. Demnach wird der Gemeindenamen «Herznach-Ueken» lauten und das Gemeindewappen die bisherigen Motive beider Gemeinden in Gelb und Schwarz enthalten.

Die Ortsbürgergemeinden werden im Rahmen der Fusion ebenfalls zusammengelegt. Die Verwaltung wird künftig im Gemeindehaus in Herznach sein, Ueken wird einen Gemeindebriefkasten erhalten. Die Gemeindeversammlungen werden abwechselnd in beiden Ortsteilen stattfinden.

Am 26. September fällt der Entscheid an der Urne

Geplanter Start der neuen Gemeinde ist per 1. Januar 2023 – vorausgesetzt, die Bevölkerung zieht mit. Für den Freitag, 13. August, sind in Herznach und Ueken ausserordentliche Gemeindeversammlungen zum Fusionsvertrag vorgesehen. Sofern diese zustimmen, kommt es am 26. September zur Urnenabstimmung.

Berater Martin Hitz (mitte), flankiert von den heutigen Gemeindeammännern Robert Schmid (links, Ueken) und Thomas Treyer (rechts, Herznach).

Berater Martin Hitz (mitte), flankiert von den heutigen Gemeindeammännern Robert Schmid (links, Ueken) und Thomas Treyer (rechts, Herznach).

Peter Schütz

Wird an den Urnen der Fusionsvertrag bestätigt, erfolgt das kantonale Genehmigungsverfahren und die Umsetzungskommission nimmt ihre Arbeit auf. Bislang haben die Gemeinderäte von Herznach und Ueken den Fusionsvertrag und den entsprechenden Fusions­bericht verabschiedet.

«Was zusammengehört, kommt zusammen», sagte Thomas Treyer, Gemeindeammann von Herznach, an der gut besuchten Veranstaltung. Treyer warb mit mehreren Vorteilen für den Zusammenschluss der beiden Gemeinden im Staffeleggtal:

«Gut ausgebaute Struktur, Standort einer interessanten Primarschule, finanzielle Belastung der Einwohner leicht unterdurchschnittlich, was Raum lässt für spannende Projekte.»

Die Fusion sei eine «Weiterentwicklung der heutigen Zusammenarbeit», so Treyer, sie lasse «die Nutzung von Synergieeffekten zu». Gefragt, von wem die Idee zur Fusion gekommen sei, antwortete er: «Da war kein Druck von Aarau, es ist passiert auf freiwilliger Basis.» Und: «Wir haben viel Doppelspurigkeit, die Fusion würde sehr viel vereinfachen», erklärte Treyer.

Elektra wird übernommen, die Schule aufgeteilt

Martin Hitz, Leiter Gemeindeberatung, stellte die Eckpunkte der Fusion vor: Den Gemeinderat sollen fünf, die Finanzkommission drei Personen bilden. Das Abstimmungslokal soll sich in Herznach befinden. «Die Feuerwehren sind bereits zusammen, sie werden übernommen», so Hitz. Gleiches gilt für die Wasserversorgung und In­frastruktur der Abwasseranlagen, den bestehenden Unterhaltsbetrieb sowie die Entsorgungs-Sammelstellen.

Die Elektra wird ebenfalls übernommen und für Ueken weitergeführt. Herznach wird weiterhin von AEW versorgt. Uekens Gemeindeammann Robert Schmid sagte dazu:

«Man möchte die Elektra behalten. Das sollte kein Problem sein»

Die Schule wird wie folgt strukturiert: Kindergarten, 1. und 2. Klasse Primarschule an beiden Standorten, 3. und 4. Klasse in Herznach, 5. und 6. Klasse in Ueken. An beiden Standorten soll die Schulsozialarbeit angeboten werden. Die Schulleitung soll in Ueken wirken. Die neue Struktur soll laut Thomas Treyer ab 2022 wirksam sein, effektiv gestartet wird damit erst ab dem Schuljahr 2023/24.

Steuerfuss und Budget folgen später

Entscheidungen bezüglich Steuerfuss, Budget und Gebühren werden an der Versammlung Ende 2022 festgelegt. «Wir gehen von einem Steuerfuss von 110 Prozent aus», so Hitz. Für die Fusion bezahle der Kanton Aargau einmalig 400'000 Franken an jede beteiligte Gemeinde. Hinzu kommt ein Ausgleich zur Steuerkraft in der Grössenordnung von drei Millionen Franken.

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