Porträt
Ob DJ Bobo, Francine Jordi oder Baschi: Eventmanager Pierro Ryser kennt sie alle

Eventmanager Pierro Ryser aus Kaisten war anfangs ein Niemand in der Branche. Heute hat er mit über 90 Prozent der Schweizer Künstler zusammengearbeitet. Und er träumt davon, einmal mit den Toten Hosen ein Konzert zu organisieren.

Susanne Hörth
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Pierro Ryser liebt seine Arbeit rund um die Event-Organisation.

Pierro Ryser liebt seine Arbeit rund um die Event-Organisation.

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Nach Bastian Baker und Edelmais bringt der Kaister Pierro Ryser am 17. Mai auch noch die Bieler Funpunkband QL auf die Bühne der neuen Laufenburger Stadthalle. Im Sommer wird der Fricktaler wiederum das Management für die zweite Auflage des AKB-Roadrunners übernehmen. Bereits 2013 hat er anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Aargauer Kantonalbank die drei Monate dauernde Konzertreihe umfassend betreut.

Fragt man Pierro Ryser: «Kennen Sie DJ Bobo, Züri West, Francine Jordi, Silbermond, Baschi oder Sina?» ist ein Nicken die Antwort. Er kennt nicht nur all die genannten Musiker, sondern noch viele weitere national und international bekannte Stars persönlich. «Mit 99 Prozent der Schweizer Künstler habe ich schon zusammengearbeitet.»

Rysers Bemerkung ist nicht überheblich, sondern geprägt von Stolz und Zufriedenheit. Pierro Ryser Management – ein gut eingespieltes Team von sieben Mitarbeitern und bei der Organisation von Grossanlässen ergänzt durch Freelancer – hat sich im Laufe der zurückliegenden 17 Jahre in der Eventbranche einen guten Namen geschaffen. Heute steht das Unternehmen auf drei gesunden Standbeinen: Planung und Organisation von Veranstaltungen; Künstleragentur und neu Facility Management (im Bereich Elektro).

Der Erfolg war nicht von Beginn an da. Und auch heute weiss Eventmanager Pierro Ryser: Will er weiterhin ganz vorne in der Branche mitmischen, geht ein Zurücklehnen und sich auf dem Erreichten Ausruhen nicht. Er muss sich täglich aktiv neu beweisen, bisherige wie auch neue, künftige Kunden kontaktieren, Ideen unterbreiten, Offerten einreichen.

Die Anfänge

Längst gehören neben Künstlern der Musik- und Comedyszene auch namhafte Leute aus der Schweizer Politik und Wirtschaft zu den Kunden von Pierro Ryser Management. Berührungsängste kennt der Kaister nicht.

Im Gegenteil. Er schätzt den persönlichen, direkten Kontakt mit den Künstlern, Politikern, Wirtschaftsleuten. Hier baut sich das Vertrauen auf. «Dieses nicht zu verletzen, ist Ehrensache. Ganz wichtig ist auch immer der respektvolle Umgang miteinander», so der Eventmanager. Überzeugungsarbeit leistet er und sein Team nicht mit Versprechungen, sondern mit Taten.

Diese beginnen mit Ideenvorschlägen, Planungen, Verpflichtungen der Künstler, gehen über in die Organisation und Umsetzung der jeweiligen Veranstaltungen. Ein enges Begleiten der Künstler vor und während des Anlasses ist für Pierro Ryser eine Selbstverständlichkeit.

Das Organisieren und Durchführen von Anlässen verschiedenster Art liegt Pierro Ryser im Blut. Sein Umfeld weiss das schon lange. Wen wunderts, dass er schon dem einen oder anderen kleinen wie grossen Anlass als OK-Präsident vorstand – unter anderem dem Kaister Dorffest.

«Warum das nicht zum Beruf machen», sagte sich Pierro Ryser. Und so liess ihn sein Organisationstalent, das Gespür für den richtigen Umgang mit den unterschiedlichsten Charakteren den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Diese begann in kleinen Schritten. «Ich war mir des Risikos bewusst», macht Ryser deutlich, dass die Konkurrenz gross ist, der Erfolg eines solchen Unternehmens auch ganz besonders von dessen Bekanntheitsgrad abhängt.

«Ich war beim Start ein No-name in der Branche», erinnert sich der Unternehmer zurück. «Wenn dich die Künstler und ihre Managements nicht kennen, du keine Referenzen vorweisen kannst, ist es schwer, Aufträge zu bekommen.»

Und so arbeitete er während der ersten Jahre nach wie vor hauptberuflich als Elektroinstallateur. Es sprach sich herum, dass der Fricktaler – «ich organisiere nicht nur, sondern ich bin an den Veranstaltungen immer selbst dabei. Wenn es sein muss, wasche ich Gläser ab oder lege den Künstler frische Handtücher hin» – einen guten Job macht.

Nach und nach nahm das Management der unterschiedlichsten Anlässe mehr und mehr Zeit in Anspruch. Aus dem Nebenerwerb wurde ein Hauptjob. Pierro Ryser freut es, dass er bei seiner teiweise sehr zeit- und arbeitsintensiven Arbeit auf das Verständnis von Ehefrau Antje und den drei Töchtern zählen kann.

Grosser Bezug zum Regionalen

Auch wenn er mittlerweile grosse Konzerte bekannter Acts aus dem In- wie auch Ausland organisieren konnte, das musikalische Rahmenprogramm des Eröffnungsfestes der West-Umfahrung managte, den dreimonatigen AKB-Roadrunner rundum betreute, verliert der Fricktaler nie den Bezug zum Regionalen, weiss um die Wichtigkeit auch von kleinen Events.

«Es macht mir genauso viel Spass, für einen kleinen Anlass etwas zu organisieren.» Einen grossen Traum hat Pierro Ryser noch. Er, der seinen Traumberuf gefunden hat, möchte unbedingt einmal ein Konzert mit den Toten Hosen organisieren.