Die neuen Rechtsgrundlagen sollen in rund zwei Jahren an einer Gemeindeversammlung dem Souverän präsentiert werden können, Grundlagen, zu welchen sich die Bevölkerung im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens (MV) während der nächsten fünf Wochen äussern kann. Thematisiert sind die Bereiche „Siedlung" und „Kulturland", deren Planungsinstrumente auf die geltenden (kantonalen) Erlasse abgestimmt werden müssen.

Magden will seinen ländlichen Entwicklungsraum moderat „umbauen". Bau- und Umweltingenieur Michael Rothen, der das ehrgeizige Projekt vorstellte, sagte im Namen der beiden Arbeitsgruppen Siedlung und Kulturland, dass es das Ziel sei, das zu fördern, das Qualität verspricht. Zu beachten sei vieles, beispielsweise das Wohnen im Alter, die Land- und Forstwirtschaft oder das Gewerbe.

Es ist vorgesehen, wichtige Herausforderungen sowie Trends zu berücksichtigen, zumal gemäss dem Statistischen Amt bis in Jahre 2035 im Kanton Aargau 135'000 Personen mehr leben werden. Im gleichen Zeitraum wird auch Magden wachsen. Gemeindeammann Brunette Lüscher sprach von 4'300 bis maximal 4'500 Menschen. Dies wird im Dorf erheblich mehr Wohnraum beanspruchen.

„Der bestehende Gebäudepark müsse aus diesem Grund saniert beziehungsweise erweitert werden", sagte Michael Rothen, der die Wohnzonen in ihrer Vielfältigkeit darstellte. Wie schliesslich die gesetzlichen Grundlagen für beispielsweise die Kernzone oder die Wohnzonen aussehen werden, ist heute noch nicht klar. Das soll erst nach dem MV im Rahmen der Erarbeitung der Planungsinstrumente vertieft angegangen werden. Vieles soll aber so bleiben wie es ist. Beibehalten werden in einzelnen Quartieren die lockere, durchgrünte Bebauungsweise. Andererseits soll es jedoch ermöglicht werden, Gebäude mit einer Länge von 40 Metern (bisher 30 Meter) bauen zu können. In der Gewerbezone will man die Rechtsicherheit erhöhen und es gleichzeitig ermöglichen, bis zu einer Gesamthöhe von 15 Metern bauen zu können. Die Fachplaner wie auch der Gemeinderat haben weiter die Idee, die Dachgestaltungsvorschriften zu lockern. Und: Allenfalls soll das Gebiet „Bünn" mit seinen 3 Hektaren Grösse als Bauland eingezont werden.

Eine hohe Bedeutung stellt für Magden auch das Kulturland dar. Der Gemeinde sind die einzigartigen und unwiederbringlichen Qualitäten seines Landschaftsraums bewusst. „Wir wollen deshalb den grundsätzlichen Erhalt der bestehenden Naturwerte ins Zentrum stellen", sagt der Gemeinderat. Er will durchsetzen, dass den aktiven Landwirten (und Landschaftspflegern) im Lichte des zunehmenden Wirtschaftsdrucks Nutzungsmöglichkeiten und Erleichterungen gewährt werden, sofern diese mit der Gesamtzielsetzung der Landschaftsentwicklung vereinbar sind. Magden wird aber auch die multifunktionale Waldnutzung unterstützen. Naherholung, Ruhezonen und Naturschutz werden ebenfalls als wichtig eingestuft. Michael Rothen sagte etwa, dass Objekte wie Hecken oder Feldgehölz wie auch Obstbäume und Obstgärten gehalten werden müssen. „Die Landschaftsqualität sind hier einzigartig", streute er der Bevölkerung Blumen.

Die Diskussionen mit den weit über hundert Personen war sachlich. Fragen zum „Wohnen im Alter", dem Gestaltungsplan der Kirche, der möglichen Schulhaus-Erweiterung oder dem Wachstum beantwortete Gemeindeammann Brunette Lüscher kompetent. Sie versprach auch, die Ergebnisse des MV ernst zu nehmen. Michael Rothen verabschiedete sich mit der Frage „Was schätzt der Aargauer am Kanton Aargau besonders?". Seine Antwort war kurz und bündig: Magden. (wwl)