Mittleres Fricktal

Nur Vision oder bald eine Achterfusion?

Ist das Dorf bald Teil einer Grossgemeinde?

Obermumpf

Ist das Dorf bald Teil einer Grossgemeinde?

Acht Gemeinden im Fricktal haben gemeinsam das Projekt Zukunft in Angriff genommen. Es stellt sich die Frage, ob eine Fusion der Gemeinden machbar wäre. Die Bevölkerung ist geteilter Meinung

Was bringt die Zukunft? Den Alleingang oder ein künftiges Zusammengehen? Fragen, mit denen sich die Gemeinderäte von Eiken, Münchwilen, Sisseln, Stein, Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach auseinandersetzen. Bereits Ende Mai haben sie beschlossen, gemeinsam ein Vorprojekt Zukunft anzugehen. Ende September trafen sie sich zu einem Workshop. Hier flossen die Erkenntnisse aus den in den zurückliegenden Monaten durchgeführten Standortbestimmungen ein. Jede Gemeinde hatte sich Gedanken zu ihren Stärken und Schwächen, aber auch zu den Chancen und Risiken einer Fusion gemacht. Parallel zu diesen Standortbestimmungen nahm das Beratungsbüro BDO AG in Zusammenarbeit mit den Finanzverwaltern die finanzielle Beurteilung vor.

Dabei zeigte sich unter anderem, dass die fusionierte Gemeinde mit einem Steuerfuss von 100 Prozent starten könnte. Die aktuellen Steuerfüsse in Sisseln, Münchwilen, Stein und Eiken sind zwischen 90 und 114 Prozent angesetzt, jene in Wallbach, Mumpf. Obermumpf und Schupfart zwischen 100 und 125 Prozent.

Beim Workshop präsentierte das Stimmungsbarometer der Gemeinden zur Frage «sind Sie eher für einen Zusammenschluss, sind Sie noch unschlüssig oder sind Sie eher dagegen» nach Nennungen pro Gemeinde eine Patt-Situation.

Vision 2026, zehn Jahre danach

Im zweiten Teil des Workshops setzten sich die Teilnehmer mit dem Thema «Vision 2026 – Zentrumsgemeinde im mittleren Fricktal» auseinander. Es ging hierbei darum, die Entwicklungspotenziale und Chancen einer Fusionsgemeinde zehn Jahre nach dem Zusammenschluss aufzuzeigen. Die Auswertungen zeigten in den wesentlichsten Punkten eine grosse Übereinstimmung. Dazu gehört unter anderem die Sicherstellung der heutigen Lebensqualität sowie ein ganzheitliches Verkehrs- und Mobilitätskonzept mit einer Optimierung des öffentlichen Verkehrs.

Anvisiert wird ein attraktiver Steuerfuss mit einer grösseren Finanzkraft. Eine grosse Rolle spielt zudem die Erhaltung von Kindergärten und der Primarstufe in den Ortsteilen. Die Nutzung der bestehenden Infrastrukturanlagen der Verwaltung als Kompetenzzentren mit einer Professionalisierung der Dienstleistungen und einer vollamtlichen Leitung des Gemeinderates wird ebenfalls als sinnvoll erachtet.

Gewünscht wird ausserdem ein grösseres Angebot bei den Freizeitsportanlagen, bei den kulturellen Veranstaltungen sowie die Erhaltung und Förderung der bestehenden Vereinslandschaft.

11 Millionen Franken vom Kanton

Als erste der beteiligten Gemeinden hat sich Wallbach am Dienstagabend anlässlich einer Informationsveranstaltung zum «Vorprojekt Zukunft» geäussert. «Wallbach kann seine Eigenständigkeit behaupten», meinte Gemeindeammann Bernadette Favre. «Diesbezüglich besteht also kein Handlungsbedarf für uns. Das Vorprojekt hielt sie für richtig, um die Thematik vertiefter anzuschauen und nicht aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Bei Überprüfung der finanziellen Machbarkeit brächten es alle Gemeinden im Fusionsfalle auf eine Bilanzsumme von rund 92 Millionen.

Favre rechnete weiter vor, dass im Falle einer Fusion etwa 11 Millionen Kantonsbeitrag fliessen würden. Sie hielt es für wichtig, frühzeitig in den Gemeinden zu diskutieren und langfristige Perspektiven zu entwickeln, wie die Gemeindelandschaft 2026 aussehen könnte. «Die Fusion ist noch weit entfernt.» Allerdings versicherte Favre: «Wir würden eine Beteiligung am Hauptprojekt begrüssen, die Bevölkerung muss aktiv in den Prozess mit einbezogen werden.»

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