Mettauertal
Nur noch eine Route für die Postautos – Anwohner üben Kritik

Der Gemeinderat will, dass die Postautos künftig alle auf der Dorfstrasse durch Etzgen fahren. Doch Anwohner kritisieren das Vorhaben.

Hans Christof Wagner
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Die Postautos der Linie 142 sollen künftig alle auf derselben Route durch Etzgen fahren.

Die Postautos der Linie 142 sollen künftig alle auf derselben Route durch Etzgen fahren.

«Uns ist bewusst, dass die Neuregelung eine massive Zunahme bedeutet», sagte Gemeindevizepräsident Robert Keller am Mittwochabend an einer Infoveranstaltung im Mehrzweckgebäude. Denn wenn tatsächlich künftig sämtliche Postautos die Dorfstrasse durch den Mettauertaler Ortsteil Etzgen nutzen, wird die Durchfahrt-Frequenz dort deutlich steigen.

Keller bezifferte die Fahrten von Montag bis Freitag dann auf 48 (bislang 13), samstags auf 33 und sonntags auf 25 (an beiden Tagen momentan noch null). Die aktuell noch tieferen Zahlen kommen zustande, weil bisher nur ein Teil der Postautos den Weg über die Dorfstrasse nimmt. Andere fahren über die Talstrasse (Kantonsstrasse 287) und die Hauptstrasse.

Jetzige Regelung ist verwirrlich

Weil das unter den Leuten wohl für Verwirrung sorgt, möchte der Gemeinderat eine einheitliche Routenführung über die Dorfstrasse. Und das nicht nur, weil die K 287 ab voraussichtlich 2019 saniert wird, sondern auch, weil er es für praktischer hält – um die Schule, neue Wohnquartiere im Zentrum und die geplante Arbeitszone Glattacher besser anzubinden. Die auf den öffentlichen Verkehr stärker angewiesenen älteren Mitbürger könnten von der neuen Linienführung ausserdem profitieren, so Keller.

Vorgesehen ist auch, die Haltestelle Dorf zu verschieben. Sie käme dann auf die Höhe des ehemaligen Volg-Ladens. Diese, wie auch die Haltestelle Schule, soll Keller zufolge auf die Strasse verlegt und barrierefrei umgebaut werden. Durch einen halbseitigen Perron können Autos den haltenden Bus dann nicht mehr überholen. «Das dient der Verkehrsberuhigung und erlaubt sicheres Ein- und Aussteigen», so Keller.

Was diese Umbauten und die neue Linienführung an Kosten verursachen, ist noch offen. Bis zur Einwohnergemeindeversammlung am 7. Juni sollen diese aber kalkuliert sein und den Stimmbürgern in Form eines Verpflichtungskredits zur Abstimmung unterbreitet werden. Das Ja an der Gmeind vorausgesetzt, könnte dann mit den Bauarbeiten im Herbst begonnen werden, um so die Neuregelung zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember wirksam werden zu lassen.

Anwohner befürchten Lärm

Keller kündigte an, das Gespräch mit den Anstössern der Dorfstrasse zu suchen. Diese meldeten sich – angesichts von mehr als doppelt so vielen Durchfahrten – am Mittwochabend zu Wort. «Ich habe künftig deutlich mehr Verkehr vor meinem Haus, und das nur vier Meter von meinem Schlafzimmerfenster entfernt. Das bedeutet auch eine Wertminderung der Liegenschaft», sagte ein Anwohner.

Seiner Meinung nach müssten die betroffenen Hauseigentümer dreifach verglaste Fenster und Lärmschutzwände bekommen. Keller dazu: «Ich habe Verständnis für dieses Anliegen, aber man kann nicht alles haben. Die Vorteile einer einheitlichen Linienführung überwiegen.»