Vor 51 Jahren revolutionierte ein Gerät den Bargeldbezug in der Schweiz: der Bankomat. Das erste Gerät, am 1. November 1967 in Zürich in Betrieb genommen, war ein Ungetüm – und spukte partout nicht mehr als 200 Franken aus.

Heute geben die schweizweit gut 7000 Bankomaten pro Monat rund 2,3 Milliarden Franken aus. Der Geldbezug am Automaten ist längst zur Routine geworden – so man denn einen Bankomaten in der Nähe hat. Im Fricktal ist dies nur gerade in gut 60 Prozent der Gemeinden der Fall. In 14 der 36 Gemeinden, die das geografische Fricktal ausmachen (also inklusive der Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Densbüren), sucht man hingegen vergebens nach einem Geld-gegen-Kärtchen-Gerät.

Einige der bankomatlosen Gemeinden hätten nur zu gerne einen Geldautomaten im Dorf. Wittnau etwa. 2014 fragte die Gemeinde drei Bankinstitute an – alle sagten ab. «Nicht wirtschaftlich genug», lautete das Verdikt. Ganz auf Bargeld müssen die Wittnauer dennoch nicht verzichten: Mit der Raiffeisen- und der Postkarte bekommt man im Volg bis zu 300 Franken ausbezahlt.

Knapp 60 Automaten

An den insgesamt 46 Standorten im Fricktal warten knapp 60 Bankomaten auf geldhungrige Kunden. So sind etwa bei der Raiffeisenbank Möhlin drei Geräte im Betrieb und auch bei der Neuen Aargauer Bank (NAB) in Frick spucken zwei Apparate Geld aus.

Die grösste Qual der Bankomatenwahl hat, wer in Rheinfelden Geld beziehen will. Hier laden sechs Geldinstitute an insgesamt acht Standorten zum Geldabheben ein. In Rheinfelden steht auch der einzige Automat der Credit Suisse; das Unternehmen wird im Fricktal sonst durch die NAB repräsentiert. Sieben Standorte von sechs Banken kann ansteuern, wer in Frick auf Bargeldsuche ist. Doppelt trifft man in Frick auf das Raiffeisen-Logo; neben dem Automaten bei der Bank spendiert ein zweiter am Bahnhof Bargeld.

Damit steht ein Drittel der Bankomaten in lediglich zwei Gemeinden, Frick und Rheinfelden. Nimmt man die vier weiteren Bankomaten-Hotspots Kaiseraugst, Laufenburg, Möhlin und Stein hinzu, so konzentrieren sich 30 der 46 Standorte auf sechs Gemeinden.

Raiffeisen mit 22 Standorten

Dabei gilt: Die Grossbanken fokussieren auf die grossen Gemeinden, wogegen primär die Raiffeisenbank dafür besorgt ist, dass man auch in kleineren Gemeinden zu Bargeld kommt. Die genossenschaftlich organisierte Bank unterhält an nicht weniger als 22 Standorten Geldautomaten. Mit grossem Abstand folgen NAB und Postfinance (6) sowie Aargauische Kantonalbank (5). Nur je einen Automaten betreiben im Fricktal neben der Credit Suisse auch die Bank Cler (ehemals Coop-Bank) in Kaiseraugst und die Migros-Bank in Frick.

Letztere ermöglicht ihren Bankkunden allerdings, Bargeld in den Migros-Filialen zu beziehen, womit Migros-Bank-Kunden an fünf weiteren Standorten zu Bargeld kommen. Auch andere Geldinstitute sind flexibel. So können beispielsweise Raiffeisenkunden bei der Gemeindeverwaltung in Oeschgen mit ihrer Karte bis zu 300 Franken beziehen. Das Angebot wird laut Gemeindeschreiber Roger Wernli allerdings nur mässig genutzt. Pro Jahr gebe es nicht mehr als fünf bis zehn Bezüge. «Gefragt ist die umgekehrte Richtung», sagt Wernli. Das Bezahlen von SBB-Tageskarten oder Kehrichtgebührenmarken per Maestro-Karte. Das kann man in Oeschgen derzeit nicht – noch nicht.