Mettauertal
Nun kommen Finanzen ins Spiel: In Mettauertal werden zwei Schulstandorte geprüft

Die Arbeitsgruppe Mettauertal lässt Varianten mit einem und zwei Schulstandorten von einem Ingenieurbüro berechnen. Diese sollen bis Ende Jahr vorliegen. Die Sommergmeind 2015 könnte dann über das Geschäft abstimmen.

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Nach wie vor ist unklar, wie es mit dem Schulstandort im Ortsteil Etzgen weitergeht.

Nach wie vor ist unklar, wie es mit dem Schulstandort im Ortsteil Etzgen weitergeht.

MF

Auf die Sommergemeindeversammlung im Juni hatte es noch nicht gereicht. Doch nun hat die Arbeitsgruppe, die sich mit den künftigen Schulstandorten in Mettauertal befasst, ihre Hausaufgaben gemacht. Gestern fanden die Mettauertalerinnen und Mettauertaler in ihren Briefkästen ein zweiseitiges Flugblatt mit Informationen der Arbeitsgruppe.

Zur Erinnerung: Entstanden ist die 15-köpfige Arbeitsgruppe, nachdem bekannt geworden war, dass der Gemeinderat Mettauertal beabsichtigt, den Schulstandort im Ortsteil Etzgen zu schliessen und Kindergarten und Primarschule künftig nur noch im Ortsteil Wil zu führen. Nach Widerstand in der Bevölkerung – vor allem von Einwohnern von Etzgen – wurde der Entscheid zurückgestellt und der Prozess mit der Arbeitsgruppe und einem Workshop für die Bevölkerung gestartet.

Beide Varianten umsetzbar

«Für uns stand bisher die Seite Schulbetrieb und Schulqualität im Zentrum», erklärte gestern Schulpflegepräsident Markus Gunzenhauser, der der Arbeitsgruppe angehört. Und das Fazit der Arbeitsgruppe lautet gemäss dem Flugblatt: «Aufgrund der umfangreichen fachlichen Abklärungen und Vorarbeiten stellte die Arbeitsgruppe fest, dass die Kriterien im Bereich der Schulqualität sowohl bei einem Schulhaus als auch bei zwei Schulhäusern umgesetzt werden können.»

Nun hat sie sich entschieden, dass zwei Varianten auch finanziell geprüft werden sollen – und zwar von einem unabhängigen Ingenieurbüro. Und dies sind die beiden Varianten: ein Schulhausstandort für die ganze Gemeinde im Ortsteil Wil und zwei Schulstandorte (je einer in Etzgen und in Wil).

Für beide Varianten müssen aus Sicht der Arbeitsgruppe folgende Rahmenbedingungen gelten: Der Stundenplan muss so weit wie möglich an den öffentlichen Verkehr angepasst werden und es sollen an einzelnen Wochentagen von 7 bis 18 Uhr schul- und familienergänzende Tagesstrukturen angeboten werden.

Auf einen Schulbus wird laut Flyer bewusst verzichtet, «da bereits heute absehbar ist, dass die Kosten zu hoch ausfallen werden». Dafür gibt es bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember einen zusätzlichen Postautokurs auf die 8.15-Uhr-Lektion.

Für die Variante mit einem einzigen Standort müssen gemäss dem Flugblatt zudem weitere Rahmenbedingungen erfüllt sein: eine Schulraumerweiterung in Wil für acht Abteilungen, eine grosszügige Aussenanlage und Gruppenräume. Für das Etzger Schulhaus sollen derweil drei Varianten finanziell geprüft werden: Erhalt der öffentlichen Räume für eine andere Nutzung, Vermietung und Verkauf.

Auch für die Variante mit zwei Standorten gilt es, gemäss der Arbeitsgruppe Rahmenbedingungen zu erfüllen: Die Einführung eines Stufenmodells für alle Ortsteile, sprich die klare Aufteilung Kindergarten und 1./2. Klasse in Etzgen und 3. bis 6. Klasse in Wil.

Zudem soll in die Kostenberechnung eine Pensenerhöhung für die Schulleitung um zehn Prozent, die Erweiterung der Kindergarteneinrichtung in Etzgen, der Sanierungsbedarf am Standort Etzgen und die Vermietung oder der Verkauf des alten Gemeindehauses in Wil mit einfliessen.

Entscheid erst 2015

Viel Arbeit also, die auf ein externes Ingenieurbüro zukommt. Deshalb sagt Markus Gunzenhauser auch deutlich: «Bis zur Wintergmeind ist dies nicht zu realisieren.» Der Zeitplan sehe deshalb vor, dass die Berechnungen Ende Jahr der Arbeitsgruppe vorliegen und diese im Frühling 2015 eine Empfehlung an Schulpflege und Gemeinderat gibt. «So sollte es möglich sein, dass an der Sommergemeindeversammlung 2015 über das Geschäft abgestimmt wird», so Gunzenhauser.

Für die Qualität des Schulbetriebs sei dies kein Problem, betont Gunzenhauser: «Der Unterricht kann in guter Qualität an den beiden bestehenden Standorten stattfinden.»