Rheinfelden
Nun ist es klar: Es wird keinen Eventpark im Salmenpark geben

Der Verein «Fricktal tanzt» hat das Crowdfunding gestoppt – die Bilanz der Fricktaler Online-Finanzierungsversuche ist unterschiedlich.

Marc Fischer
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Kein Eventpark im Salmenpark
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Der Verein «Fricktal tanzt» sucht nun eine neue Alternative zum Rheinfelder Bahnhofsaal. Rolf Lanz war mit seinem Crowdfunding erfolgreich. Der Kauf des «Löwen von Laufenburg» scheiterte.
Der Verein «Fricktal tanzt» sucht nun eine neue Alternative zum Rheinfelder Bahnhofsaal. Rolf Lanz war mit seinem Crowdfunding erfolgreich. Der Kauf des «Löwen von Laufenburg» scheiterte.

Kein Eventpark im Salmenpark

CH Media

Im Rheinfelder Salmenpark sollte der «Tanz- und Eventpark Rheinfelden» stattfinden, so lautete die Vision des Vereins «Fricktal tanzt», der erfolgreich Tanzveranstaltungen im Rheinfelder Bahnhofsaal organisiert. Nun ist der Traum geplatzt. Der Verein hat sein Crowdfunding einige Tage vor dem Ablauf der Frist gestoppt.

«Wir waren noch zu weit von der Summe weg, die wir benötigt hätten», erklärt Däni Anderhub von «Fricktal tanzt». 75'000 Franken lautete die Zielsetzung, rund 20'000 waren zusammengekommen. «Natürlich sind wir enttäuscht», so Anderhub weiter.

Den Kopf in den Sand stecken die Vereinsmitglieder aber trotz Enttäuschung nicht. «Wir machen uns nun auf die Suche nach Alternativen zum Bahnhofssaal und hoffen, dass wir dennoch möglichst viel von unserem Konzept umsetzen können», so Anderhub.

Plattform gescheitert, ­Vogelpark erfolgreich

Neben «Fricktal tanzt» versuchten dieses Jahr auch andere Fricktaler Privatpersonen und Vereine, online finanzielle Unterstützung für Projekte zu finden – mit unterschiedlichem Erfolg. Die Liste der Plattformen ist dabei lang: www.wemakeit.com, www.lokalhelden.ch, www.startnext.com, www.crowdify.net oder www.ibelieveinyou.ch sind nur einige Beispiele.

So lang wie die Liste der Plattformen, so breit ist das Spektrum der Projekte. Es reicht von der CD-Produktion über eine neue Vereinsfahne bis zu Bauprojekten oder Geschäftsideen. Entsprechend variieren auch die Zielbeträge. Nur wenn diese erreicht werden, werden die zugesicherten Beiträge der Unterstützer fällig.

Remo Camenisch aus Möhlin etwa haben die Unterstützer die Teilnahme an der Elektroauto-Rallye Wave Trophy ermöglicht. «Mit meiner Teilnahme möchte ich der Bevölkerung zeigen, dass die E-Mobilität heute schon funktioniert», so Camenisch im Projektbeschrieb.

«Fricktal tanzt»

Er überzeugte damit die Online-­Crowd und sammelte gut 2200 Franken. Ebenfalls erfolgreich finanziert wurden im laufenden Jahr etwa ein Working-Equitation-Turnier in Eiken (6104 Franken), ein Beitrag an die Ausrichtung der Radball-Europameisterschaft in Möhlin (5100 Franken) oder die Erneuerung der Netzanlage auf dem Beachvolleyplatz in Kaisten (5100 Franken).

Eine deutlich grössere Summe sammelte das Team des Vogelparks Ambigua in Zeihen um Rolf Lanz: 74 Unterstützer sprachen insgesamt 71'860 Franken, um den Park Rollstuhl- und Kinderwagentauglich zu machen und ein zusätzliches WC für beeinträchtigte Menschen zu errichten.

Doch nicht nur bei «Fricktal tanzt» sorgte das Crowdfunding-Ergebnis für Enttäuschung. Die IG Pro Steg in Rheinfelden wollte 35'000 Franken für eine Gedenkplattform für die beiden Strompioniere Charles Brown und Agostino Nizzola sammeln. Es kamen jedoch letztlich bloss 3460 Franken zusammen.

Ziel kurz vor Ablauf der Frist erreicht

«Wir sind nicht die elektronische Truppe», hielt IG-Präsident Peter Scholer nach dem Scheitern gegenüber der AZ fest. Noch deutlicher scheiterte das Anliegen von Holger Grosse, der 200'000 Euro anstrebte, um das Fahrgastschiff Löwe von Laufenburg zu kaufen und den Betrieb zu übernehmen. Letztlich wurden jedoch nur 6700 Euro zugesichert.

Noch im Gang befindet sich das Mettauertaler Projekt für eine «Gut-gemacht-Maschine» in der Telefonkabine. Gestern, kurz vor Ablauf der Frist haben die Initianten das Ziel von 22'000 Franken erreicht.