Stein
Novartis-Gemeinde Stein will keine Pendler-Autos mehr in Wohnquartieren

Autos in Wohnquartieren, Besucher aus Deutschland fahren bis zur alten Holzbrücke: Das soll jetzt der Vergangenheit angehören. Die Gemeinde Stein im Fricktal will mit weissen Zonen, Parkkarten und Gebühren der wilden Parkierei Herr werden.

Walter Christen
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Das ist Parkierungsalltag auf der Rheinbrückstrasse in Stein: Autofahrer hat seinen Wagen ausserhalb der Parkfelder abgestellt (rotes Auto auf der linken Seite) und einer ist auf Parkplatzsuche (rotes Auto rechts).

Das ist Parkierungsalltag auf der Rheinbrückstrasse in Stein: Autofahrer hat seinen Wagen ausserhalb der Parkfelder abgestellt (rotes Auto auf der linken Seite) und einer ist auf Parkplatzsuche (rotes Auto rechts).

Walter Christen

Autos werden von Pendlern in Wohnquartieren abgestellt, Besucher der benachbarten Stadt Bad Säckingen fahren bis in die Nähe der alten Holzbrücke und lassen dort ihre Wagen stehen und Mitarbeiter der Industrie parkieren oft gerade dort, wo es geht.

Jetzt wird der wilden Parkiererei auf den Strassen in Wohngebieten von Stein der Riegel geschoben. Denn am 1. Januar 2015 soll ein neues Parkierungsreglement in Kraft treten, welches am kommenden 13. Juni der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung unterbreitet wird.

«Damit alle vorgesehenen Massnahmen wie Beschilderungen, Markierungen und Parkuhren umgesetzt werden können, wird dem Souverän zusätzlich ein Kreditantrag von 115’000 Franken unterbreitet. Wir sehen der Gemeindeversammlung zuversichtlich entgegen, weil das Parkierungsreglement bereits in der Vernehmlassung eine breite Akzeptanz gefunden hat und nach der geplanten Umsetzung wieder mehr Ruhe und vor allem Ordnung neue Lebensqualität in die jetzt noch belasteten Wohngebiete bringen wird.»

Die wichtigsten Neuerungen im Parkregime, welches gestern Montag vorgestellt wurde, sind die Einführung einer weissen Zone, ferner Park- und Fahrverbote in gewissen Quartieren sowie die Schaffung von gebührenpflichtigen Parkplätzen. In der weissen Zone darf maximal 3 Stunden parkiert werden (die Parkscheibe ist zu stellen). Anwohner, die dort dauernd parkieren wollen, können gegen Gebühr eine Parkkarte beziehen. Es gibt auch Tageskarten.

Es gibt auch Park- und Fahrverbote

Im Wohngebiet bei der alten Holzbrücke in Stein, beim alten Zoll, wird ein Parkverbot mit gleichzeitigem Fahrverbot angestrebt, ausgenommen Zubringer. Ausserdem sind auch Parkplätze vorgesehen, bei denen das Parkregime mittels Parkuhr geregelt wird, wobei sich der Gebührenrahmen zwischen 50 Rappen und Fr. 2.50 pro Stunde bewegen soll.

Die Gründe für die Einführung eines neuen Parkregimes in Stein unter dem Motto «Umdenken – Umlenken» sind, wie eingangs erwähnt, die vielen Fahrzeuge von Pendlern wegen der Überlastung der P+R-Anlage beim Bahnhof, es sind die Autos von Anwohnern sowie jene von Leuten, die nach Stein fahren und dann zu Fuss über die alte Holzbrücke nach Bad Säckingen gehen.

Noch offen ist, wer am Schluss auf den rund 280 Parkplätzen die Kontrollen durchführt, die zur Durchsetzung des neuen Parkregimes zwingend stattfinden müssen. Steins Vizeammann Walter Zumstein hielt bei der Präsentation des Parkkonzepts fest: «Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Gemeinde etwas unternehmen muss, und das tut sie nun.»