Während Trompeterin Melanie Bächle das Trompeterlied spielt, steht sie stolz in der kalten Morgensonne: Die Trompeterstatue am Schloss Schönau wurde offiziell eingeweiht. Bei den Stadtführungen habe es oft zu einem halb erstaunten, halb enttäuschten «Oh»-Ausruf geführt, wenn die Besucher der Stadt Bad Säckingen den Trompeter nicht auf seinem gewohnten Platz vorfanden, erzählt Bächle, die auch Stadtführungen gibt.

Fast zwei Jahre war an der Treppe hoch zum Schloss Schönau ein Loch. Auch Bürgermeister Alexander Guhl bedauerte, dass das Original, das Bad Säckingen unter anderem berühmt gemacht hat, nicht restauriert werden kann. Er betonte jedoch die positive Seite: «Jetzt können die Gäste wieder ein Foto von der Figur machen, das in die Welt hinausgetragen wird.»

Die Konstanzer Restauratorin Katrin Hubert gab an der Einweihung nähere Einblicke in die Produktion der Nachbildung und die Restauration, die mehr als 30 000 Euro gekostet hatte. «Der ursprüngliche Trompeter war ein galvanisch verkupferter Zinkguss. Das war zu seiner Zeit sehr modern aufbereitet», so Hubert. Als sie ihre Arbeit antrat, nahm sie zunächst den Zustand des Originals unter die Lupe und kam beim Röntgen zu einer Erkenntnis: «Verschiedene Stellen sind über die Jahre hinweg mit Blei oder Zement aufgefüllt worden», so Hubert. Davon betroffen waren besonders der Sockel und der Arm.

Das Original war zuletzt zur Seite geneigt: Der schwere Arm aus Blei hatte die Figur etwas hinuntergezogen. Bei der Nachbildung des Trompeters wurde die Figur zunächst liegend mit Silikon abgeformt und daraus ein Wachsmodell erstellt. «Gemeinsam mit Sylvia Muff und Markus Kollinger – Mutter und Sohn – von der Kunstgiesserei Kollinger aus Elchingen haben wir das Wachsmodell korrigiert, sodass die Figur wieder stolz dasteht», erzählt Hubert.

Aus dem Wachsmodell wurde dann ein Hohlguss für die Bronzefigur erstellt. Gegossen wurde die Figur schlussendlich stehend. «Das Giessen der Bronze klingt tatsächlich so, wie wenn man Kaffee aus einer Thermoskanne einschenkt – nur dass der Inhalt viel heisser ist», sagte Hubert. Zum Schluss hat die Restauratorin die Replik noch patiniert. Durch diese Arbeitstechnik sieht die Oberfläche der Figur älter aus.

Das Original kehrt zurück

Auch die Originalstatue soll in den nächsten sechs bis acht Wochen wieder in die Heimat kommen. Derzeit steht die Zinkfigur fertig in der Werkstatt von Hubert. Zu klären gilt es noch, wie der Trompeter stabil im Foyer des Schlosses Schönau aufgestellt werden kann. Zusätzliche Sicherungsmassnahmen werden nötig sein. Wegen des schweren Arms droht die Figur zu kippen. «Zudem gibt es nur eine Eisenarmierung. Wenn die bricht beim Transport oder Aufbau, dann könnte das Original irreparabel werden», so Hubert. Die Balustrade und die Treppe vor dem Schloss wurden in den letzten Monaten von Steinmetz Johannes Abel saniert. Gekostet hat dies rund 80 000 Euro.