Statistik

Noch sind sie in der Minderheit, aber: Die Frauen nähern sich im Fricktal den 50 Prozent

In Bözen (2.Dorf v.l.) stieg der Frauenanteil 2019 um 3,19 Prozent, in Elfingen (r.) sank er um 1,16 Prozent.

In Bözen (2.Dorf v.l.) stieg der Frauenanteil 2019 um 3,19 Prozent, in Elfingen (r.) sank er um 1,16 Prozent.

Der Frauenanteil in der Fricktaler Bevölkerung stieg 2019 leicht um 0,05 Prozent auf 49,48 Prozent. Den höchsten Frauenanteil hat Bözen mit 53,52 Prozent.

Die Frauen sind im Fricktal auf dem Vormarsch: Im letzten Jahr stieg der Frauenanteil in den beiden Bezirken Laufenburg und Rheinfelden um 0,03 auf 49,42 Prozent. Nimmt man die drei Gemeinden Bözen, Effingen und Elfingen hinzu, die im Bezirk Brugg liegen, aber geografisch zum Fricktal gehören, sind es sogar 49,48 Prozent. Insgesamt stieg der Frauenanteil im Fricktal damit um 0,05 Prozent. Dies zeigt eine Auswertung der Daten, welche die Gemeinden der AZ zur Verfügung gestellt haben.

Der Frauenanteil liegt dabei im Bezirk Rheinfelden mit 49,82 Prozent fast ein Prozent höher als im oberen Fricktal. Hier lag er Ende 2019 bei 48,84 Prozent. Die Veränderungen dagegen waren fast identisch: Im unteren Fricktal stieg der Frauenanteil gegenüber 2018 um 0,02, im oberen Fricktal um 0,04 Prozent.

In 10 der 35 Gemeinden stellen die Frauen die Mehrheit der Bevölkerung. Am höchsten ist der Frauenanteil in Bözen mit 53,52 Prozent. Ebenfalls prozentual noch deutlich mehr Frauen als Männer wohnen in Elfingen, wo die Frauen 52,17 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Besonders viel Frauenpower versprühen daneben auch Zeiningen (51,28%), Hellikon (51,27%) und Effingen (50,96%).

Den grössten Männeranteil hat Schwaderloch

Umgekehrt gesehen: Die Fricktaler Männerhochburgen sind Schwaderloch mit einem Frauenanteil von 45,8 Prozent. Es folgen Olsberg mit 46,52, Laufenburg mit 47,00, Wölflinswil mit 47,27 und Schupfart mit 47,43 Prozent. Die Spannweite ist damit gross: Zwischen der Gemeinde mit dem niedrigsten und jener mit dem höchsten Frauenanteil beträgt der Unterschied 7,72 Prozent.

Merklich sind teilweise auch die Veränderungen des Frauenanteils innert Jahresfrist, wie die Auswertung der Zahlen 2018 und 2019 zeigt. Danach nahm der Frauenanteil in zwei Gemeinden um mehr als ein Prozent zu: in Bözen um 3,19 Prozent und in Oeschgen um 1,59 Prozent.

Hier ist allerdings einzuschränken, dass die Zahlen 2018 aus der offiziellen Bevölkerungsstatistik des Kantons stammen, die jeweils Anfang April publiziert wird. Diese Zahlen können aufgrund von unterschiedlichen Abgrenzungen leicht von den hier publizierten Daten abweichen. Mit anderen Worten: Die Veränderung gegenüber 2018 kann etwas tiefer liegen – aber auch noch etwas höher.

Den grössten Rückgang des Frauenanteils verzeichnete 2019 Schwaderloch. Hier lag der Frauenanteil Ende 2019 um 1,3 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Einen Rückgang von mehr als einem Prozent verzeichneten zudem Mumpf (-1,23 Prozent) und Elfingen (-1,16%).

Einen Nuller – also 0,00 Prozent Veränderung beim Frauenanteil – schrieb 2019 keine Gemeinde. Am nächsten kamen der Null Wallbach mit +0,03 und Münchwilen mit -0,02. Am Beispiel Münchwilen heisst das in absoluten Zahlen: Lebten Ende 2018 480 Männer und 450 Frauen im Dorf, waren es ein Jahr später 460 Frauen und 491 Männer. Der «Männerüberschuss» innert Jahresfrist lag somit bei einem Mann.

Insgesamt leben 40'879 Frauen im Fricktal

Die Veränderungen bei den Frauenanteilen lassen sich mit unterschiedlichen Bevölkerungsbewegungen erklären. Dies betrifft Zu- und Wegzüge ebenso wie Geburten und Todesfälle.  Insgesamt lebten Ende letzten Jahres 39973 Frauen in den Bezirken Rheinfelden und Laufenburg. Im geografischen Fricktal – also inklusive Bözen, Elfingen und Effingen – waren es 40'879. Gesamthaft lebten somit 82 616 Personen im Fricktal; ohne die Gemeinden im Bezirk Brugg waren es 80'886. Davon wohnten 47 980 Personen im Bezirk Rheinfelden, 32 906 Personen im Bezirk Laufenburg.

Nimmt man die absoluten Zahlen in den Blick, wohnten die meisten Frauen – das verwundert nun nicht – in der grössten Fricktaler Kommune: In Rheinfelden waren zu Beginn des Jahres 6795 Frauen. Es folgt die Nummer zwei der Fricktaler Gemeinden, Möhlin, mit 5501 Frauen. Mit 2756 Frauen gerade etwa halb so viele waren es in Frick, das aber ebenfalls nur halb so gross ist wie Möhlin.

Auf der anderen Seite der Skala stehen die drei kleinsten Fricktaler Gemeinden: Elfingen, Olsberg und Oberhof. In Elfingen mit seinen 299 Einwohner lebten 156 Frauen, in Olsberg mit seinen 359 Einwohnern waren es 167 und in Oberhof, wo 589 Personen wohnen, waren es 293.

Lesen Sie morgen: So hat sich die Altersstruktur verändert.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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