Wintereinbruch
Noch immer wird gearbeitet: Schneechaos im Fricktal fordert alle Kräfte

Auch in Frick und Rheinfelden sind die Werkhof-Mitarbeiter noch immer mit den Folgen des massiven Wintereinbruchs beschäftigt.

Hans Christof Wagner
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Georg Schlienger und Andrea Ackle, Mitarbeiter des Fricker Bauamts, haben mit der Beseitigung der Winterschäden alle Hände voll zu tun.

Georg Schlienger und Andrea Ackle, Mitarbeiter des Fricker Bauamts, haben mit der Beseitigung der Winterschäden alle Hände voll zu tun.

hcw (Frick, 22. Januar 2021

Im Werkhof Frick war sie über viele Jahre herumgestanden. «Wir wollten sie schon im Internet verkaufen», sagt Bauamtsleiter Georg Schmid. Er meint eine Schneefräse, von der man dachte, sie müsse angesichts der milden Winter in den vergangenen Jahren nie mehr zum Einsatz kommen. «Gut, dass wir sie behalten haben. Wenn wir die Schneemassen von Hand hätten wegschaufeln müssen, wären wir wohl nie fertig geworden», resümiert Schmid.

«Einen so massiven Wintereinbruch habe ich, seitdem ich beim Fricker Bauamt bin, seit 2008, noch nicht erlebt», sagt Schmid. «Das war für mich eine komplett neue Situation.» Um den Riesenmengen der weissen Pracht Herr zu werden, musste die Gemeinde sogar eine Schneefräse von privat anmieten, den Schnee aus dem Gemeindegebiet herausschaffen und auf noch unbebautem Gelände im Lammet aufschichten. Schmid: «Ich hätte mir nicht im Traum vorstellen können, dass es einmal notwendig sein wird, dass die Gemeinde beim Winterdienst von privat eine Schneefräse mieten muss.»

Auch in Rheinfelden waren die Mitarbeiter des Werkhofs die vergangenen Tage stark gefordert. «Und das anfangs rund um die Uhr, weil ja laufend neuer Schnee vom Himmel gefallen ist», berichtet Vizestadtschreiberin Christine Schibler. Teils hätten Einwohner reklamiert. «Aber Priorität bei der Räumung haben immer die ÖV-Strecken», so Schibler. Es sei aber gelungen, trotz der grossen Massen den Schnee innerhalb des Stadtgebiets zu deponieren.

Die massiven Schneefälle in der vergangenen Woche haben die Fricktaler Gemeinden auf dem gesamten Gemeindegebiet herausgefordert, auch auf den Friedhöfen. Die Gefahr, dass herabfallende Äste von Bäumen und Sträuchern Besucher gefährden, war in Frick so gross, dass der Friedhof über drei Tage gesperrt wurde. Schmid: «Die Äste hingen mitunter nur noch am seidenen Faden.» Die Gefahr, dass sie bei Wind und Sturm unkontrolliert herunterfallen, mussten er und seine Leute beseitigen. Wobei sie alleine nicht nachkamen. Mitarbeiter von Gartenbau Stöckli halfen mit, die unter der Schneelast ab- oder angebrochenen Äste aus den Sträuchern und kleineren Bäumen herauszuschneiden.

Frick: Externe Baumpfleger im Einsatz

Weil jedoch auch höhere Bäume betroffen waren, kamen zudem Spezialisten der Tilia Baumpflege AG Frick zum Einsatz, wie Schmid berichtet. Am gestrigen Freitag musste am Friedhof sogar ein ganzer Baum gefällt werden. Schmid: «Dem hat der Schneefall so massiv zugesetzt, der war nicht mehr zu retten.»

Rheinfelden: Schnee legt mehrere Bäume um

«Bei uns auf dem Waldfriedhof hat der Schnee auch Bäume umgelegt, mehrere sogar und zum Teil mit den Wurzeln», sagt Rheinfeldens Stadtgärtner Paul Näf. Er und seine Mitarbeiter haben wohl genug Erfahrung mit dem bis zu 100-jährigen Baumbestand. Sie kamen beim Baumschnitt ohne externe Hilfe aus, hatten aber alle Hände voll zu tun.

Was das Winterchaos alles angerichtet hat, wird Schmid zufolge weiter analysiert, auch bei dem auf freiem Feld stehenden Baumbestand, bei dem das Gefahrenpotenzial nicht so hoch ausfällt. Herabfallende Äste vom Uferbewuchs an Bächen könnten aber zum Problem werden – dann, wenn sie das erwartete Hochwasser am Abfliessen hindern.

Die geschlossene Schneedecke brachte weitere Zusatzarbeit: Bei Bestattungen, die in Frick seit vergangener Woche vorkamen, galt es, im weissen Einerlei die korrekten Grabstellen zu finden. «Beim Gemeinschaftsgrab war das am schwersten, da gibt es am wenigsten Anhaltspunkte», so Schmid. «Eine Stunde Mehraufwand» habe es mit sich gebracht, die Grabung zuvor exakt einzumessen.