Gipf-Oberfrick
Noch immer eine Baustelle – der Traum vom «Kaffi Poschti» droht zu platzen

Seit gut zwei Jahren geht auf der Baustelle des «Kaffi Poschti» nichts mehr. Hoffnung auf ein gutes Ende hat Besitzerin Claudia Barmettler kaum noch. Sie weiss, was ihr droht, wenn sie nicht nächstens einen Investor für das Restaurant findet.

Janine Müller
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Besitzerin Claudia Barmettler auf der Terrasse, wo sie Gäste bewirten möchte. jam

Besitzerin Claudia Barmettler auf der Terrasse, wo sie Gäste bewirten möchte. jam

Janine Müller

Claudia Barmettler und ihr Lebenspartner Peter Wegmüller hatten einen Traum: ein Restaurant mit einer grossen Sonnenterrasse, wo sich Wanderer erfrischen und sich die Menschen aus dem Dorf treffen können. Das «Kaffi Poschti» an der Landstrasse ausgangs Gipf-Oberfrick.

Doch längst ist Claudia Barmettler auf dem Boden der Realität angelangt. Seit gut zwei Jahren geht auf der Baustelle nichts mehr. Das Dach ist zwar neu gemacht, der Rest ist aber im Rohbau, überall hängen Anschlusskabel aus den Decken oder den Wänden. Plastikplanen schützen Teile des Hauses vor dem Wetter. Das Geld reicht nicht mehr, die Bank ist abgesprungen, Investoren hat die Familie bisher keine gefunden, obwohl sie mit allen Mitteln versucht, diese für das Projekt zu begeistern. «Viele wollen nicht mitmachen, weil wir mit dem Umbau schon begonnen haben und sie so bezüglich Planung nicht mehr gross Einfluss nehmen können», sagt Claudia Barmettler.

Eine zermürbende Situation

Auf der Baustelle wohnt Claudia Barmettler mit ihrer Familie. Sie haushaltet in unfertigen Räumen. Dabei hat sie von einer Wohnung unter dem Dach des «Kaffi Poschti» geträumt.

Es ist eine zermürbende Situation. Hoffnungslosigkeit macht sich bei der Familienfrau, die auch noch als Serviceangestellte und Verkäuferin in einem Bistro arbeitet, breit. «Es tut mir so weh, dass es so rausgekommen ist», sagt sie. Dabei habe ihr Lebenspartner selber noch so viel auf der Baustelle gearbeitet. Sie hat ihm dabei geholfen. «Als Handlangerin», sagt sie.

Daran, dass aus der Baustelle «Kaffi Poschti» irgendwann tatsächlich ein Restaurant «Kaffi Poschti» wird, glaubt sie kaum noch. Das ursprüngliche Konzept, das Restaurant alkoholfrei zu führen, hat sie verworfen. Doch es müsste ein Wunder passieren, damit Barmettler überhaupt irgendwann Getränke servieren kann. Der Traum vom «Kaffi Poschti» droht zu platzen.

Darum hat die Familie bereits vor einem Jahr ein Baugesuch für Wohnungen eingereicht. Das Problem: Auch für diesen Umbau fehlt das Geld. Eine vertrackte Situation. Doch bisher haben sich Barmettler und Wegmüller nicht dazu durchringen können, den Traum aufzugeben. Claudia Barmettler weiss, was das heisst: Entweder findet sie noch einen Investor, oder sie muss Privatkonkurs anmelden.