Weil die vom Gemeinderat vorgesehenen Sparmassnahmen an der Versammlung der Einwohnergemeinde vergangenen Dezember auf Widerstand stiessen, kam schliesslich die Forderung, die Regierungsräte Urs Hofmann und Roland Brogli zu einer Info-Veranstaltung einzuladen, um ihnen die Sorgen und Nöte einer finanzschwachen Gemeinde vor Augen zu führen.

Das geschieht nun am kommenden Montag, 20 Uhr, in der Turnhalle. Die Finanzkommission und eine Arbeitsgruppe leisteten in den vergangenen Monaten wertvolle Vorarbeiten.

Schier auswegslose Situation

Für Vizeammann Christian Ott, Finanzverwalter Marcel Rohrer und Theo Weber von der Finanzkommission ist es wichtig, «dass möglichst viele Fragen gestellt werden». Im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung liessen sie keinen Zweifel an der schier ausweglosen Situation: «Was sollen wir machen, wir befinden uns finanziell am Anschlag.» Es gebe eine Fülle an strukturellen Problemen, die kleinen Gemeinden wie Obermumpf bekämen vom Kanton ständig neue Lasten aufgebürdet und könnten sie kaum noch tragen.

«Die Gemeinden in den Seitentälern bluten aus»

Wie prekär die Lage ist, verdeutlichen schon wenige Zahlen des Finanzverwalters. Die Rechnung 2010 wies ein Volumen von total 3,8 Millionen Franken aus, 3,9 Millionen sind für 2011 budgetiert. Bei einem Steuerfuss von 125 Prozent kamen im vergangenen Jahr rund 2 Millionen Franken an Einkommensteuern herein.

Die Aktiensteuern können «fast vernachlässigt» werden. Den ersehnten Silberstreif am Horizont sehen weder Christian Ott noch Theo Weber. Ihre Hauptsorge: «Während der Kanton die Entwicklungsachse entlang des Rheins, darunter das Sissler Feld, fördert, bluten die kleinen Gemeinden in den Seitentälern aus.» Die Bevölkerung erwarte von den Regierungsräten «Antworten für die Zukunft», vor allem modifizierte Regelungen durch den Finanzausgleich.

Offen für Fusion

Obermumpf sieht sich in einer Vorreiterrolle, zumal anscheinend das Budget «letztmals ausnahmsweise» genehmigt wurde. «Wir sind frustriert», nehmen die drei Herren kein Blatt vor den Mund. «Alle wollen wissen, was es bringt, wenn finanzschwache Gemeinden vielleicht fusionieren.» Das Fischingertal mit seinen intakten Dorfstrukturen werde mit grösseren Gemeinden «über einen Leisten gezogen».

Vizeammann Ott spricht das Thema Fusion schonungslos an: «Wir sind für alles offen.» Theo Weber deckelt noch eins drauf: «Ich hoffe, dass andere Gemeinden, denen es ebenfalls schlecht geht, aufspringen und Druck machen.» Eine Problemlösung sei nur auf dem politischen Weg zu erreichen, sind die Obermumpfer überzeugt und gehen jedenfalls optimistisch in die Turnhalle zu den Regierungsräten. Eingeladen sind auch alle Grossräte aus den Bezirken Rheinfelden und Laufenburg.