Oberes Fricktal

Noch drei Jahre soll es bis zur ersten Deponie dauern – 21 Hektaren Fläche

Die Kiesgrube bei Rheinfelden wird dereinst zu einer Deponie. Im oberen Fricktal läuft die Suche nach einem Standort. nbo/Archiv

Die Kiesgrube bei Rheinfelden wird dereinst zu einer Deponie. Im oberen Fricktal läuft die Suche nach einem Standort. nbo/Archiv

4,6 Kubikmeter Aushubmaterial wurden im vergangenen Jahr im Kanton Aargau pro Einwohner abgelagert. Gemäss diesem Durchschnittswert fallen im Oberen Fricktal jährlich knapp 190 000 Kubikmeter Aushub an. Nun hat die Vernehmlassung zu den Standorten begonnen – am weitesten sind die Planungen in Herznach.

Wohin mit dem Aushub im Oberen Fricktal? Die Frage bewegt die Gemüter in der Region. Für die Aufnahme als Deponie in den Richtplan vorgesehen sind die Gebiete «Buech» (Herznach), «Breiti» (Hornussen), «Förlig» (Bözen) und «Hersberg» (Wegenstetten). Nun sind Gegner und Befürworter der Standorte gefragt. Seit gestern läuft die Vernehmlassung der Aufnahme. Der Entwurf für die Anpassung des Richtplans kann bei den betroffenen Gemeinden, bei der Abteilung Raumentwicklung sowie im Internet auf der Homepage des Kantons eingesehen werden.

Der Entwurf gibt detaillierte Informationen zum Zeitplan und Ausmass der Deponien. Der Standort Buech in Herznach soll demnach als sogenannte Festsetzung in den Richtplan aufgenommen werden. Will heissen: Die Umsetzung liegt zeitlich am nächsten. Nach der Auffüllung der mit 450 000 Kubikmetern eher kleinen Deponie im Sisslerfeld soll das unverschmutzte Aushubmaterial im Gebiet Buech abgelagert werden. «Nach heutigem Stand der Kenntnisse wäre dies ab 2019 der Fall», sagt Bernhard Fischer von der Abteilung Raumentwicklung des kantonalen Departements für Bau, Verkehr und Umwelt.

«Buech» 2019 in Betrieb?

Erst viel später würden die Deponien Breiti (2032) sowie Förlig und Hersberg (2040) realisiert. Dieser Zeitplan sei allerdings erst eine grobe Einschätzung, sagt Fischer. «Er hängt unter anderem davon ab, wie viel Aushub in Zukunft anfällt und das ist auf so lange Sicht schwer zu beurteilen.» Derzeit ist in Herznach eine Deponie auf einer Fläche von rund 21 Hektaren vorgesehen. Sie böte Platz für etwa 2,2 Millionen Kubikmeter Aushubmaterial. Die Deponie in Hornussen wäre mit 19 Hektaren und 1,9 Millionen Kubikmetern Aushub etwas kleiner. Für die angedachten Standorte Bözen und Wegenstetten sind derzeit weder Fläche noch Aushubmenge bestimmt.

Mit dem Richtplanbeschluss sollen auch Anforderungen und Massnahmen betreffend der Umsetzung und Endgestaltung getroffen werden. Für die Deponie Buech geht es dabei einerseits um den Naturschutz. So soll die im nahen Startlebach lebende Dohlenkrebs-Population nicht gefährdet werden. Andererseits geht es um die Rekultivierung der Fläche. Damit eine möglichst gute Fruchtfolgefläche erreicht werden kann, sollen Flächen mit einer starken Neigung minimiert werden.

Bözer Wunsch wird angehört

Im Richtplan-Entwurf erwähnt wird zudem ein Antrag des Bözer Gemeinderats. Dieser fordert, den Autobahn-Anschluss Effingen zu einem Vollanschluss auszubauen, um Bözen und die umliegenden Dörfer zu entlasten. Ein Wunsch, der nicht kategorisch abgelehnt wird: «Die Anmerkung wird zur Kenntnis genommen», heisst es im Entwurf. Laut Fischer sei eine detaillierte Prüfung des Vollanschlusses zum jetzigen Zeitpunkt aber «nicht stufengerecht. Diese wird sinnvollerweise dann vorgenommen, wenn die Deponie der Kategorie Festsetzung zugeordnet werden soll.»

Auch der Gemeinderat Hornussen hatte die Deponie an eine Bedingung geknüpft: Er wollte die Deponie mit einer neuen Gewerbezone koppeln. Diesen Antrag lehnte der Kanton ab. Über den jüngsten Antrag des Gemeinderats, den Standort Breiti aus dem Dossier zu entfernen, wird nach der Mitwirkung entschieden.

Erst einmal geht es nun darum, die Meinungen von Anwohnern, Parteien, Behörden und Organisationen einzuholen. «Es ist bekannt, dass es Widerstand gegen das Vorhaben gibt», sagt Bernhard Fischer. «Gegner und Befürworter haben nun die Gelegenheit, ihre Argumente in einem geordneten Rahmen darzulegen.» Die Vernehmlassung läuft bis zum 20. Januar.

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