«80 Prozent tönt gut», ging Rainer Schaub auf das Budget 2011 mit einem um 10 Prozent reduzierten Steuerfuss von 80 Prozent ein. Den an der Gemeindeversammlung von Donnerstagabend 123 Anwesenden (von insgesamt 893 Stimmberechtigen) erklärte der Gemeindeammann, dass diese Reduktion sehr gut überlegt sei.

Sisseln ist schuldenfrei, weist ein Vermögen von 13 Millionen Franken aus. Trotz der anstehenden Investitionen verkrafte die Gemeinde die um 300000 Franken tiefer ausfallenden Steuereinnahmen gut.

In den kommenden Jahren stehen drei grössere Sachgeschäfte an. 2011 wird Sisseln 6,5 Millionen Franken in die Sanierung des Hallenbades stecken. Die Bauarbeiten werden am Stück von den Frühlings- bis zu den Herbstferien durchgezogen. In dieser Zeit bleibt das Hallenbad geschlossen. In absehbarer Zeit muss das Schulhaus für geschätzte 2,5 Millionen Franken saniert und erweitert werden.

Für die entsprechende Projektierung sprach das Sissler Stimmvolk am Donnerstagabend einen Kredit von 120000 Franken gut. Für den Hochwasserschutz werden in den folgenden Jahren zwischen 3 bis 3,5 Millionen Franken ausgegeben. Mit grosser Mehrheit stimmte die Versammlung dem Budget mit einem reduzierten Steuerfuss von neu 80 Prozent zu.

Mehr als geplant investieren

Wesentlich mehr Diskussion bis hin zu einem Gegenantrag folgte beim Sachgeschäft «Kredit von 140000 Franken für den Landkauf und die Schaffung von Autoabstellplätzen an der Poststrasse». Hierbei geht es darum, die Parkplatzsituation im Bereich der Arztpraxis zu entschärfen.

Mangels genügender Parkmöglichkeiten stellen die Praxisbesucher ihre Autos auf der zur Parzelle 1133 gehörenden Wiese ab. Dieses Grundstück wird nun von der Erbengemeinschaft verkauft. Ein Teil davon für 450 Franken pro Quadratmeter an die Einwohnergemeinde Sisseln. Auf dem erworbenen Land sollen sechs Parkplätze erstellt werden. Die Arztpraxis wird vier der Plätze für je 60 Franken pro Monate auf eine Zeitdauer von zehn Jahren hinaus mieten. Die Gesamtkosten für Landkauf und Parkplatzerstellung inklusive Zufahrt belaufen sich auf 140000 Franken.

Zwölf statt sechs Parkplätze

Ein Votant wollte wissen, ob es Sache der Gemeinde sei, für private Institutionen Parkplätze zu erstellen. Dies verneinte Rainer Schaub, wies aber darauf hin, wie wichtig das Vorhandensein einer Arztpraxis für das Infrastrukturangebot der Gemeinde sei.

Alt Gemeindeammann Wilfried Käser nahm Bezug auf die gute Finanzlage von Sisseln und stellte dem gemeinderätlichen Begehren den Antrag «180 000 Franken für einen grösseren Landkauf inklusive der Erstellung von zwölf Parkplätzen» gegenüber. Die Frage aus der Versammlung, ob den überhaupt mehr Land zum Kauf bereitstünde, wurde ebenfalls aus der Versammlung heraus bejaht. Dem Antrag von Wilfried Käser wurde mit grossem Mehr zugestimmt.

Die Anwesenden bewilligten ebenfalls die weiteren Traktanden: Genehmigung der Satzungsänderungen des Gemeindeverbandes Kreisschule Regio Laufenburg, Revision des bestehenden Abfallreglements, Festlegung der Stromtarife und Stellenplan als Anhang zum Personalreglement.