Niederlage in letzter Sekunde

Der TV Möhlin hat gegen die SG TV Solothurn die bessere Wurfquote und macht weniger Fehler – verliert aber trotzdem.

Luca Criscione
Merken
Drucken
Teilen

Das ist bitter: Obwohl der TV Möhlin im dritten Heimspiel der NLB-Saison über das ganze Spiel gesehen eine bessere Torhüter- und eine bessere Wurfquote hatte sowie weniger technische Fehler verzeichnete, gewannen schliesslich die Gäste aus Solothurn mit 25:26 (14:10). Doch der Reihe nach: Die Startviertelstunde gehörte ganz dem TV Möhlin. Zwar brachte Lars Hofer die Gäste mit 0:1 in Führung, aber die Mannschaft von Trainer Samir Sarac trat von Beginn weg energisch und selbstsicher auf.

In den folgenden zehn Minuten verwandelte der Angriff sechs von sechs Schüssen während Dennis Grana im Tor zusammen mit der Verteidigung fünf von sechs Angriffen abwehrte. Als Möhlin sich so eine 6:1-Führung erspielt hatte, kam nun aber auch der Gast besser ins Spiel. Nachdem sie erst regelrecht überrumpelt worden waren, nahmen die Solothurner nun die Herausforderung an und spielten sich ihrerseits bessere Chancen im Angriff heraus. Wenige technische Unachtsamkeiten und zwei, drei Fehlschüsse der Fricktaler reichten den Solothurnern, um wieder Anschluss zu finden.

Allerdings bleibt es herauszustreichen, dass sich Möhlin nicht vom Erstarken der Solothurner beirren liess. So hatten die Solothurner inzwischen auf 8:6 (20. Minute) verkürzt und Möhlin war durch eine Zeitstrafe dezimiert worden – doch Matej Sarajlic gelang in Unterzahl das 9:6 (22. Minute). Dann erzielten die Solothurner innert 180 Sekunden drei Tore, worauf Möhlin im Schlagabtausch aber prompt antwortete. Dank drei Toren von Florian Wirthlin – inzwischen eigentlich hauptsächlich im Drittligateam tätig – zog das Heimteam wieder auf 12:9 davon. Beim Stand von 14:10 ging die Partie in die Pause.

Möhlin verpasst es, die Partie zu entscheiden

Die zweite Halbzeit begann für Möhlin wunschgemäss mit einem Tor vom Kreis durch Maurice Meier. Allerdings musste im Anschluss Manuel Csebits mit einer Zweiminutenstrafe auf der Bank Platz nehmen. Möhlin verpasste es so, die Gäste resultatmässig entscheidend zu ­distanzieren. Und ähnlich wie in der ersten Halbzeit zeigten die Solothurner grossen Kampfgeist und nutzen sich bietende Gelegenheiten zügig aus.

Es war nun ein Spiel der Angriffsreihen geworden und die jeweiligen Defensiven vermochten den Gegner nur noch punktuell am Abschluss zu hindern. Der Möhliner Rückraum schoss weiterhin seine Treffer, aber weil der Angriff doch auch einige Male scheiterte, schmolz der Vorsprung der Fricktaler langsam davon, bis Lars Hofer per Siebenmeter zum 21:20 und zum 21:21-Ausgleich für die ­Solothurner traf.

Es folgte eine hektische Schlussphase. Bei 57 Minuten und 47 Sekunden auf der Spieluhr fing sich Solothurn eine ­Zeitstrafe ein – für Möhlin die ­Chance, das Spiel zu entscheiden. Der Mannschaft gelang es aber nicht, einen kühlen Kopf zu wahren und während Möhlin zwei Angriffe ohne Erfolg abschloss, erzielte Solothurn prompt den Ausgleich zum 25:25. Die Gäste schafften es in der Folge, die eine verbleibende Spielminute im Angriff herunterzuspielen, und – nachdem ihre Zeitstrafe abgelaufen war – eine Sekunde vor dem Schlusspfiff den Siegestreffer zum 25:26 zu erzielen. Entsprechend überwog bei Möhlin nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung darüber, trotz einer guten Leistung verloren zu haben. Aber: Mit einer ähnlich guten Leistung und ein bisschen mehr Glück in der nächsten Partie am 3.Oktober auswärts in Winterthur dürfte am Ende etwas mehr herausschauen.