Fricktal

Nicht rentabel: Forstbetrieb steht vor der Auflösung

Förster Urs Jakober geht spätestens Ende 2019 in Pension. Die Gemeinden des Forstbetriebs Zeinigerberg-Looberg wollen auf diesen Zeitpunkt hin den bestehenden Betriebsvertrag kündigen.

Förster Urs Jakober geht spätestens Ende 2019 in Pension. Die Gemeinden des Forstbetriebs Zeinigerberg-Looberg wollen auf diesen Zeitpunkt hin den bestehenden Betriebsvertrag kündigen.

Die Tage des Forstbetriebs sind gezählt: Die Mehrheit der Zeinigerberg-Looberg-Gemeinden orientiert sich Richtung Möhlin.

Seit 2003 besteht der Forstbetrieb Zeinigerberg-Looberg, der die Gemeinden Hellikon, Mumpf, Obermumpf, Schupfart, Zeiningen und Zuzgen umfasst. Ein Förster und zwei Forstwarte bewirtschaften rund 1000 Hektaren öffentlichen Wald. Doch nach 15 Jahren scheinen die Tage des Forstbetriebs nun gezählt. Die Gemeinden stellen an den kommenden Gemeindeversammlungen den Antrag, den Betriebsvertrag zu kündigen beziehungsweise aufzulösen.

Zwei Hauptgründe hätten letztlich zu diesem Entscheid geführt, sagt Alexander Kohler, Zeininger Gemeinderat und Mitglied der Forstbetriebskommission. Einerseits habe der langjährige Förster und Betriebsleiter Urs Jakober angekündigt, dass er spätestens Ende 2019 in Pension gehen werde. «Und andererseits mangelt es dem Forstbetrieb an Rentabilität.» Der Entscheid sei das Resultat einer Analyse, die zusammen mit einem Forstingenieur in diesem Jahr gemacht wurde.

Schupfart tritt Thiersteinberg bei

Diese kommt zum Schluss, dass der Forstbetrieb Zeinigerberg-Looberg, keinen Gewinn erwirtschaften kann, wenn er in seiner heutigen Form bestehen bleibt – «jedenfalls nicht im heutigen Marktumfeld mit so tiefen Holzpreisen», wie es in der Obermumpfer Botschaft zur Gemeindeversammlung heisst. Da der bestehende Betriebsvertrag eine einjährige Kündigungsfrist aufweist, muss er per Ende dieses Jahres gekündigt werden, um eine neue Lösung auf den Zeitpunkt der Pensionierung Urs Jakobers hin realisieren zu können.

Wie die Zukunftslösung aussehen könnte, wurde im Rahmen der Analyse ebenfalls bereits abgeklärt. Verglichen wurden die beiden umliegenden Forstbetriebe Möhlin und Thiersteinberg mit den Gemeinden Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Oeschgen, Sisseln, Wegenstetten und Wittnau.

Der Schupfarter Gemeinderat beschloss nach der Analyse, sich in Richtung Forstbetrieb Thiersteinberg zu orientieren. Vizeammann André Steinacher führt dafür geografische Gründe an. «Wir sind bereits jetzt zu einem grossen Teil vom Forstbetrieb Thiersteinberg umschlossen», sagt er. Man habe auch schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich in diese Richtung zu orientieren. Entsprechend beantragt Schupfart an seiner Gemeindeversammlung neben der Kündigung des Vertrags des Forstbetriebs Zeinigerberg-Looberg auch gleich den Beitritt zum Forstbetrieb Thiersteinberg. Vollzogen wird dieser bei einem Ja auf den 1. Januar 2020.

Verhandlungen mit Möhlin

Noch keinen Anschluss-Vertrag präsentieren die anderen fünf Gemeinden. Sie orientieren sich aber alle in Richtung Möhlin und planen, den Zusammenschlussvertrag an der Gemeindeversammlung im nächsten Sommer zu präsentieren. Auch Möhlin sieht im möglichen Zusammenschluss Vorteile. Es wäre dann etwa möglich, seine Stellvertretung zu regeln, sagt Förster Urs Steck. Aktuell umfasst der Forstbetrieb Möhlin je nach Jahreszeit sieben bis neun Vollzeitstellen.

«Doch alleine reicht es nicht, um einen weiteren Förster einzustellen», so Steck. Zudem gebe es in Sachen Verwaltung und Infrastruktur sicher Optimierungspotenzial. Und: «Derzeit ist unser Holzschnitzel-Absatz hoch. Wir müssen rund 50 Prozent zukaufen», so Steck. Nach dem Zusammenschluss könnte man den Bedarf aber auf lange Sicht selber decken. All dies seien auch Punkte, die den fünf anderen Gemeinden zugutekämen, ist Steck überzeugt.

Nun gehe es darum, den Vertrag auszuhandeln und dabei Fragen wie etwa den künftigen Finanzierungsschlüssel zu klären, sagt Alexander Kohler. Bereits in der kommenden Woche soll die erste Sitzung stattfinden. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis im Sommer gemeinsam mit Möhlin eine Lösung finden», so Kohler.

Sollten die Gespräche dennoch aus irgendwelchen Gründen scheitern, könnten die Gemeinden des Forstbetriebs Zeinigerberg-Looberg – ausser Schupfart – einen neuen Vertrag mit gemeinsamer Rechnungsführung abschliessen. «Dies ist jedoch nicht das Ziel und nur als Plan B gedacht», heisst es in der Obermumpfer Gemeindeversammlungsbotschaft.

Verwandtes Thema:

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

Meistgesehen

Artboard 1