Laufenburg

Nicht nur die Technik begeisterte, sondern auch die Natur beim Rheinkraftwerk

Am Sonntag gehörte das Rheinkraftwerk Laufenburg der Bevölkerung. Bei strahlendem Sonnenschein glich das Werksgelände einem Volkfestplatz.

Es war das Wetter, das sich der Hausherr, die Energiedienst AG, gewünscht hatte: sonnig und noch nicht heiss genug fürs Schwimmbad. So strömten die Massen schon gegen 11 Uhr auf das Areal, als der Familientag am Kraftwerk begann. Parkieren am Gelände war nicht möglich, aber der Energiedienst hatte Shuttle-Busse eingerichtet, die vor dem Kraftwerk anhielten. Viele kamen auch zu Fuss oder mit dem Velo, auch von der deutschen Seite. Hatte der Betreiber doch kurz zuvor den Steg über das Stauwehr für Velofahrer und Fussgänger geöffnet.

Dicht drängten sich die Besucher auch im Herzen des Kraftwerks – im Maschinenraum. Dort unten drehten sich acht der insgesamt zehn installierten Straflo-Turbinen, die nicht mehr original aus der Zeit vor 100 Jahren stammen, sondern 1994 in Betrieb gingen. Die Besucher konnten beim Blick nach unten erkennen, dass diese Frauennamen tragen: Gesa, Katja, Franziska und Helena. Überall studierten die Menschen Pläne und Funktionszeichnungen, diskutierten und fachsimpelten über die solide Technik.

Energiedienst mit Öko-Label

Und der Energiedienst genoss den Tag sichtlich. Das Unternehmen, das an den sechs Wasserkraftwerken zwischen Basel und Waldshut-Tiengen beteiligt ist, schmückt sich gern mit dem Öko-Label. Auch die firmeneigenen Elektrofahrzeuge zogen am Sonntag die Blicke der Besucher auf sich. Das galt auch für die Oldtimerautos. Diese sollten eigentlich aus der Zeit des Kraftwerkbaus vor 100 Jahren stammen, aber es überwogen dann doch jüngere Baujahre.

Es sollte ein Familientag werden. So konnten sich Papa, Mama und Kind entsprechend vergnügen. Thematisch drehte sich an den von Auszubildenden betreuten Ständen alles rund um die Energie. An Ergometern und Rudermaschinen galt es, in die Pedale zu treten und sich ins Zeug zu legen. Ziel war es, Glühbirnen zum Leuchten und Bohrmaschinen zum Drehen zu bekommen. Energie getankt hatten die Besucher zuvor im Festzelt, wo Essen und Trinken zu nur je einem Euro oder einem Franken zu kaufen war. Entsprechend gross war der Andrang.

Rhein als wilder Gebirgsfluss

Aber auch die Kraftwerksanlage selbst stand im Fokus des Besucherinteresses. Wie ein Kran an den Einlaufschächten der Turbinen Treibgut aus dem Wasser fischte und in eine Transportrinne beförderte, beobachteten viele. Aus angeschwemmten Holz Skulpturen zu gestalten, war Aufgabe eines Holzbildhauers auf dem Kraftwerksgelände.

Doch nicht nur die Technik wurde gestern bestaunt, sondern auch die Natur. Auf dem Stauwehr stehend genossen Besucher den Blick auf Laufenburg. Gleicht der Rhein am Oberlauf eher einem See, wirkt er, nachdem das Wasser die Turbinen verlassen hat, wie ein wilder Gebirgsfluss. An der Sicht auf die wirbelnden Wassermassen vom Fenster des Maschinenhauses erfreuten sich viele.

Auch den Blick auf das vor 100 Jahren eröffnete Rhein-Kraftwerk vom Fluss aus wollten sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher nicht entgehen lassen. Entsprechend gross war am Sonntag der Andrang auf die am Eingang des Fischpasses startenden Bootsfahrten.

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